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30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
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Der Missionär, ließ Halt machen, und da man bequeme Sitzefand, theilte er seinen Begleitern allmälig mit, was Peter ihmaufgetragcn hatte. Wir brauchen dem Leser wahrscheinlich nichterst zu sagen, daß zwischen le Bourdon und der schönen Margareteine Zurückhaltung in Betreff ihrer künftigen Verbindung nichtlänger nöthig schien. Der junge Mann hatte bereits ans eine un-mittelbare Verbindung gedrängt, da er dieß für das klügste undsicherste Verfahren hielt.

Der wilde Amerikaner ist zwar kaum so grausam, daß er seineGewalt über weibliche Gefangene mißbrauchte, und nimmt selteneine Squaw gegen ihren Willen in seine Hütte, der Biencnjägerfühlte sich aber sehr unbehaglich in Betreff dessen, was seiner Ver-lobten begegnen konnte.

Margaret war schön genug, um selbst in einer Stadt die Auf-merksamkeit ans sich zu lenken, und mehr als ein grimmig aus-sehender Krieger hatte an diesem Tage, allerdings auf sehr india-nische Weise, seine Bewunderung kund gegeben. Gedichte, zierlicheRedensarten und Anspielungen feiner Art machen keinen Theil in-dianischer Bewerbung ans, die Augensprache der Bewunderung istaber eine so allgemeine, daß sie Jeder leicht versteht. Es war mög-lich, daß es irgend einem Häuptlinge, dessen Schaar zu groß war,als daß ein Widerstand denkbar sein konnte, in den Sinn kam, eineBlaßgesicht-Squaw in sein Wigwam führen zu wollen, und wäh-rend man herkömmlich bei solchen Gelegenheiten der weiblichenNeigung keinen Zwang anthat, war es nicht gewöhnlich, der Nei-gung eines mächtigen Kriegers großen Widerstand entgegen zusetzen. Das Band der Ehe jedoch wurde sehr geachtet, und es warweit weniger wahrscheinlich, daß Margaret als Gattin in ein Wig-wam geführt würde, denn Margaret als unverheirathetcs Blaß-gesicht. Freilich findet man auch Beispiele einer rücksichtslosen An-wendung der Gewalt bei Indianern wie bei gesitteten Völkern,