Druckschrift 
30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
Entstehung
Seite
367
Einzelbild herunterladen
 

Einfluß entziehen. Unser Zustand als menschliche Wesen bietet zuviel Unsicheres, zu viel Geheimnißvolles, als daß wir uns ganzüber das Schwanken, Zweifeln, Staunen und andere Schwächenunserer Natur erheben könnten. Für diese einfachen Wilden wardie Art, wie die Bienen, scheinbar auf lc Bourdon's Geheiß, indieses oder jenes Dickicht flogen, ebenso gut ein Gegenstand derVerwunderung, wie die unwissende Menge unter uns eines derausgezeichnetsten physikalischen Kunststücke anstaunt.

Unwissenheit! Und wo ist die Linie zwischen Wissen und Un-wissenheit zu ziehen? Jeder von uns ist ein Laie in einem, wennnicht in vielen Zweigen des Wissens, die bereits nach allen Seitenerforscht und fest begründet sind. Hier fleht man den Büchermen-schen, welcher von der Anwendung seiner eigenen Lieblingstheorienso wenig weiß, daß er ein bloßes Kind ist, wenn es sich von derAusführung seiner Lehre handelt, dort zeigt sich ein Anderer alsgeschickter Werkmeister, ohne daß er auch nur eine Ahnung voneinem der Grundsätze hat, aus welchem all sein Thun beruht.Lächeln wir daher nicht über diese armen Kinder des Waldes, weildas, was ihnen so ganz neu ist, auch unerklärlich und übernatür-lich erscheint.

Was Peter betrifft, so war er eher verwirrt, als überzeugt.Sein Geist war dem der andern Häuptlinge so sehr überlegen, daßes weit schwieriger war, ihn irre zu leiten, aber auch er war nichtfrei von der großen Schwäche der Unwissenheit, vom Aberglaubenund dessen Geleitschast, der Leichtgläubigkeit und der Liebe zumWunderbaren. Sein Geist war beunruhigt, wie Ben deutlich sah,denn dieser hatte den Wilden ebenso scharf im Auge, wie derWilde ihn.

Um den Eindruck noch zu steigern, beschloß unser Künstler nun,den Häuptlingen eine eindringliche Probe seiner Geschicklichkeit zugeben. Das Vorlegen einer bedeutenden Menge Honigs mußte ausich selbst schon als eine Art Friedensopfer gelten, und er schickte