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30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
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302
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Meine Kinder," sagte er, denn er hielt es für das Beste, beieiner so bedeutsamen Veranlassung in dem väterlichen Tone zu spre-chen,der Geist Gottes ist, wie Peter gesagt hat, bei euch. DieGeister wissen, daß ihnen versprochen wurde, er werde stets bei sei-nem Volke sein, und ich sehe Gesichter in diesem Kreise, welche,wenn mich nicht Alles täuscht, zu denen gehören, die vor langenTagen mit mir gebetet haben. Wenn eure Seelen nicht durch diegöttliche Liebe gerührt worden sind, nimmt mir dieß die Hoffnungnicht, auch euch das Kreuz nehmen zu sehen, euch noch den Namendes Erlösers anrufcn zu hören.

Deßhalb bin ich jedoch diese Nacht nicht mit Peter hierhergekommen. Ich bin jetzt hier, um euch eine wichtige Thatsachezu enthüllen, welche die Vorsehung mir als Lohn langer Arbeitin dem Weinberge der Wissenschaft und der Bibelforschung einge-geben hat.

Es ist eine Überlieferung, und der rothe Mann liebt dieUeberlieferungen, es ist eine Ueberlieferung, welche sich auf eureGeschichte bezieht und deren Mittheilung eure Herzen erfreuen wird,denn sie wird euch lehren, wie lange eure Nation, eure Stämmeder Gegenstand der absonderlichen Liebe und Sorgfalt des großenGeistes gewesen sind. Wenn meine Kinder mich sprechen heißen, binich bereit zu sprechen."

Hier ließ der Missionär sich nieder und harrte klüglich einesZeichens von Seiten des Rathes, ehe er es wagte, weiter sortzu-fahren. Dieß war das erste Mal, daß er es je versuchte, seineLieblingsansicht von denverlornen Stämmen" öffentlich und un-verholen darzulegen. Wenn der Mensch einmal von einer besonde-ren Idee, sie mag religiöser, Politischer, philosophischer oder sonsti-ger Art sein, recht erfaßt und eingenommen ist, sieht er kaum etwasAnderes als den verhätschelten Gegenstand seines Nachdenkens, undwird stets bereit sein, ihn in das beste Licht zu stellen, zu verthei-digen, zu erläutern und eindringlich zu machen. Nichts ist ein?