Druckschrift 
30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
Entstehung
Seite
295
Einzelbild herunterladen
 

295

deutlich sehen, und auch das dunkle, umstreifende Auge war nichtaußerhalb des Bereiches seiner Sehkraft.

Auch das Feuer wurde nicht ganz vernachlässigt, denn einerder jungen Häuptlinge warf dann und wann einige dürre Holzstückeauf, mehr um die Flamme rege zu erhalten und ringsum Helle zuverbreiten, als weil man der Wärme bedurft hätte. Das Feuerentsprach jedoch auch noch einem andern Zweck, es bot nämlich denjungen Häuptlingen das Mittel, die Pfeifen anzuzünden, welcheman jetzt darreichte, denn die Häuptlinge versammeln sich nur sel-ten, ohne um ihr Berathungsseuer zu rauchen.

Da dieses Rauchen fast nichts mehr als eine bloße Förmlich-keit war, so genügten jedem Häuptling einige Züge und der Rau-chende übergab seinem Nachbarn die Pfeife, sobald er den Rauchciu- oder zweimal eingesogen hatte. Die Indianer sind Musterdes Anstands, und jedem in diesem dunkeln, bedrohlichen Kreiseward der Reihe nach gestattet, sich mit einigen Zügen gütlich zuthun, ehe man zu etwas Anderem überging.

Da für eine so große Anzahl Krieger nur zwei Pfeifen ange-zündct worden waren, verging einige Zeit, ehe man diese Förm-lichkeit beseitigt hatte. Es ließ sich jedoch kein Zeichen der Un-geduld gewahren, und dem Gefühle des niedrigsten Häuptlingswurde ebenso viel Achtung und Aufmerksamkeit gezollt wie demhöchsten.

Endlich hatten die Pfeifen die Runde gemacht und selbst PastorAmen war weder übergangen worden, noch hatte er die Pfeife mitden Wilden zu rauchen verschmäht. Eine tödtliche Stille folgtenun. Sie glich der einer Quäkerversammlung, und wurde erst da-durch unterbrochen, daß einer der ersten Häuptlinge sich erhob, umdas Wort zu nehmen. Mau bediente sich bei dieser Veranlassungder Sprache der großen Ojebway-Nation, da die meisten anwesen-den Häuptlinge einem der Stämme dieses Volkes angehörtcn, mch-