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30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
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Vor Allem sehen wir, daß es für einen der edelsten Kunstgriffcdes Kriegsgewerkcs gilt, die möglichst größte Macht auf den schwäch-sten Theil des Feindes zu werfen und ihn durch die Masse zu er-drücken. Dann nimmt man zu jedem Mittel, das der Scharfsinnnur erfinden kann, seine Zuflucht, Kartätschen, Raketen, ge-füllte Bomben und hundert andere höllische Mordwerkzeuge wer-den zur Hilfe gerufen, um eines Feindes Herr zu werden, welchemcs au solchen wirksamen Zerstörungsmitteln fehlt. Und wenn dieSchlacht geschlagen ist, will gewöhnlich jeder Theil für den Siegergelten, zuweilen, weil auf einem kleinen Theile des Schlacht-feldes ein Sondererfolg erfochten wurde; zuweilen weil ein halbesDutzend Pferde mit einer Kanone Reißaus genommen und diese indie feindlichen Reihen geführt haben, und dann wieder, weileinem Erschlagenen ein Fetzen von einer Fahne aus der Hand fielund von einem seiner Gegner aufgegriffen wurde. Wie oft ist esschon geschehen, daß ein verschlagener Feldherr seine Fahnen ganzaus dem Kampfe gelassen, und sich dann gerühmt hat, er habekeine derselben verloren!

Der Indianer weiß von solchen schmachvollen Kunstgriffen nichts.Er setzt seine Ehre nicht in ein Stück Fahnentuch, sondern in einStück Hirnhaut. Er scheert seinen Kopf, weil ihn das Haar belä-stigt, aber er läßt ritterlich die Scalplocke fliegen, mittelst welchersein Sieger die ersehnte Trophäe des Kämpers leichter in Sicher-heit bringt. Der Gedanke an eine Ucbcrlistung in solchen Dingenkommt diesem einfachen Kinde des Waldes nicht in den Sinn, undden Gedanken, feine Fahne zu Haus zu lassen, während er in denKamps zieht, würde er verachten, ja, er kann ihm in derThat nicht Raum geben, da er seinen Kops bei der Scalplocke las-sen müßte.

So war es mit Taubenflügel. Er hatte seine Toilette für denKriegspfad gemacht und sah in seiner Malerei grimmig aus, aberer war in jeder andern Hinsicht ehrlich und redlich. Wenn er seine