nicht nur den Charakter der Indianer, sondern die menschlicheNatur genau beobachtet zu haben schien. —- „Wir können dieSünde wohl lieben, Margaret, und doch den Verführer hassen.Ich habe noch nie einen Mann gesehen, sei er Blaßgesicht oderRothhaut, welcher in seinen nüchternen Augenblicken die Handnicht verwünscht hätte, die sein Gelüste nährte, während er trunkenwar."
„Dieß mag wohl sehr wahr sein," versetzte das Mädchen mitleiser Stimme, „allein man muß im Besitze seines Verstandes sein,um es zu begreifen. — Ich weiß nicht, was jetzt aus uns werdensoll."
„Warum jetzt mehr als gestern, Margaret, oder als vor-gestern?"
„Gestern waren keine Wilden in unserer Nähe, und Gershomhatte uns wiederholt gesagt, er beabsichtige, in die Forts oben amSee zu gehen, sobald er von seinem Besuche in den Lichtungen zu-rückkehrc. Er ist zurückgekommen, aber er ist nicht in dem Zu-stande, daß er Weib und Schwester vor den Wilden zu schützenvermöchte, die nach uns ausschauen werden, sobald sie sich einCanoe oder irgend etwas gebaut haben, in dem sie über den Flußsetzen können."
„Wenn sie auch ein Canoe hätten," erwiederte le Bourdonruhig, „würden sie doch nicht wissen, wo sie uns aufsuchen sollten.Dank dem Himmel, dieß würde sie manche Stunde kosten, unddann ist ein Rinde-Canoe nicht so schnell gebaut. Wenn aber EuerBruder, Margaret, nach seiner Ausschweifung trag und schwer-fällig ist, so bin ich nüchtern und so hell wach, wie ich es in mei-nem Leben war.
„O, Ihr habt keine Schwäche, wie die meines Bruders ist,welche das Wesen des ganzen Menschen verunstaltet und verkehrt.Aber, Bourdon, Ihr werdet natürlich Euch und Eure Habe inSicherheit zu bringen wünschen und uns verlassen, sobald sich eineDer BienenjUger. 12