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30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
Entstehung
Seite
176
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selbst, daß ein großer Theil dieser Erzählung in Zweifel gezogenwerden mußte, denn Gerüchte in den Lichtungen und auf denPrairicn haben im Allgemeinen das mit denen in Städten, Gesell-schaften und Zeitungen gemein, daß man keines derselben als strengwahr und verlässig annchmen darf. Le Bourdon war aber nochjung und mußte erst lernen, wie wenig von dem, was man hört,wahr, und wie sehr Vieles unwahr ist. Wie jedoch gewöhnlicheine indianische Ucbcrlicferung genauer ist, als eines weißen Man-nes gedruckte Geschichte, so haben auch die Gerüchte des Waldesweit mcbr Ansvruch auf Achtung, als das ewige Geplauder vonsogenannten Gebildeten.

Der Bienenjäger stand noch auf der Höhe und setzte seine Be-obachtungen fort, als Margaret zu ihm trat. Das Mädchen hattesich eines gesunden Schlafes erfreut und kam jetzt ans ihrem Toi-lettengcmach in einem Gebüsch und an einer sprudelnden Quelledes frischesten, klarsten Wassers, so daß sie ungemein frisch undschön erschien, sie war aber traurig und gedankenvoll.

Sobald le Bourdon ihr die Hand gedrückt und seinen Dankfür ihren Beistand in der verflossene» Nacht wiederholt ausge-sprochen hatte, floß Margaret s volles Herz über, wie der volleStrom über seine Ufer schwillt, und sie begann zu weinen.

Der Bruder ist erwacht," sagte sie, sobald es ihr gelungenwar, ihr Schluchzen zu ersticken,er ist aber, wie gewöhnlich nacheinem solchen übermäßigen Genüsse des Feuerwasscrs, so betäubt.Laß Dorothea ihm nicht begreiflich machen kann, in welcher Ge-fahr wir schweben. Er sagt, er habe mit zu vielen Indianern zuthun gehabt, als daß er diese fürchtete, und sie würden einer Fa-milie nichts zu leid thun, welche so viel Whiskey in ihr Land ge-bracht habe."

Seine Geisteskraft muß in der That sehr schwach sein, wenner auf indianische Freundschaft rechnet, weil er den jungen Män-nern Feucrwaffer verkauft hat," antwortete le Bourdon, welcher