Druckschrift 
30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
Entstehung
Seite
174
Einzelbild herunterladen
 

174

entgeht. In Betreff der Cannes nnd des Lagers unserer Freundekonnte man außer Sorge sein, da der Reis und eine zwischenlie-gende Anhöhe das Versteck hinreichend sicherten, so lange nichtsüber jener zu sehen war.

Der Bienenjäger hatte von der Höhe, welche er erstiegen,Whiskey Herz und dessen Umgebungen deutlich vor Augen, undsein Perspectiv kam ihm hier auch sehr gut zu Statten. DieWilden waren bereits in Bewegung und lagen den manchfachenGeschäften des rothen Mannes aus einem Kriegspfade ob. Einekleine Abtheilung brachte die Leiche ihres Gefährten in seine Ruhe-stätte, andere kochten oder rupften das wilde Geflügel, welches sieden Fluß entlang geschossen hatten, während eine Gruppe sich umdie Stelle sammelte, wo die ersehnte Whiskey-Quelle springensollte, in demselben Augenblicke, wo sie bcriethcn, wie sie desScalps desMedizin-Mannes" habhaft werden könnten, gaben siesich der süßen Hoffnung hin, sein Zauber könne sich doch noch wirk-sam erweisen.

Das geliebte Fenerwasser, welches so Viele, die sich der Vor-thcile einer geistigen und sittlichen Bildung erfreuen, zum Ver-derben führt und auf den rothen Mann dieses Festlandes wie einFluch wirkte, hatte seinen Einfluß noch, und das sehnsüchtige Ver-langen lockte mehrere Trunkenbolde der Schaar zur Stelle, sobaldsich ihre Augen dem neuen Tage erschlossen hatten.

Der Bienenjäger sah, wie Einige auf die Felsen knieten undgleich Jagdhunden die kostbaren Tropfen in den kleinen Felsen-Höhlungen auflecktcn, während Andere ihren Geruchsinn anstreng-ten, in der Hoffnung, den Vogel noch zu finden, welcher das gol-dene Ei gelegt hatte.

Le Bourdon durfte jetzt kaum mehr hoffen, seine Rolle bei denWilden länger fortspielen zu können, wenn der Zufall ihn wiederin ihre Gewalt bringen sollte. Er wußte, daß die Häuptlinge niesehr gläubig gewesen, sondern ihm nur eine Gelegenheit bieten