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30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
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Ruf hören, welcher wohl für ein halb unterdrücktes Murren überden Schmerz der gebundenen Glieder gelten konnte, den aber der,welcher seine Bewegungen scharf im Auge hatte und mit ihm zuverkehren bemüht war, für ein Zeichen nehmen durfte, daß seineAufmerksamkeit rege sei.

Kein Laut wurde mehr vernehmbar, und der Gefangene harrtedes Ausgangs mit der stoischen Geduld des amerikanischen India-ners. Eine Minute später fühlte der Chippewa, daß die Bandenachgaben und seine Arme an den Ellbogen frei waren, dann kameine Hand zum Vorschein und die Fesseln der Handgelenke wurdenzerschnitten.

In diesem Augenblicke hörte er es flüstern:

Seid wohlgemutst, Chippewa, Euer Freund Bourdon ist hier.Könnt Ihr stehen?"

Nicht stehen," antwortete der Indianer leise,zu viel ge-bunden. "

In dem nächsten Augenblicke waren die Füße und die Knieedes Chippewa der Stricke baar. Jetzt war nur noch eine Fesselzu lösen, die, welche den Gefangenen an den Baum band. In-dem der Bienenjäger diese nicht zerschnitt, bewährte er seinen ruhi-gen, besonnenen Geist, denn hätte er diesen starken Baststrick gelöst,so würde der Indianer, da er nicht im Stande war zu stehen, wieein Klotz niedergestürzt sein. Seine Fesseln hatten den Umlauf desBlutes gehemmt und die gewöhnliche, augenblickliche Lähmung wardie Folge davon.

Taubenflügel begriff sehr gut, warum sein Freund zögerte, dasletzte Band zu zerschneiden, und bemühte sich, die Hände und Faust-gelenke gegen einander zu reiben, während der Bienenjäger mit sei-nen beiden Armen um den Baum reichte und den Fußgelenken dengleichen Dienst erwies.