85
Dieses Fäßchen zerschellte nicht nur in Stücke, sondern Reifeund Dauben flogen in den Bach und trieben die Trümmer desvorigen vor sich hin, bis Alles in den von der Hütte nicht weitentfernten Sec gespült wurde.
„Diese Arbeit ist glücklich abgethan!" rief le Bourdon, als dieletzten Faßtrümmer verschwanden. „Dieses Getränk wird keinenMenschen mehr in ein Thier nmwandeln."
„Gott sei gelobt!" flüsterte Margaret. „Er ist, wenn er ge-trunken hat, ein ganz anderer Mensch, Fremder, als wenn er nüch-tern ist. Die Vorsehung hat Euch gesendet, um uns diese Wohl-that zu erzeigen."
Ich glaube dieß gern, denn wir sind Alle in ihrer Hand. Ihrdürft mich aber nicht „Fremder" nennen, holde Margaret, denn dawir jetzt dieses Geheimniß unter uns theilcn, kann ich Euch nichtmehr fremd sein."
Das Mädchen lächelte und erröthete, dann schien sie gewillt,eine Frage laut werden zu lassen. Mittlerweile hatten sie denSchuppen verlassen, traten in die Hütte und setzten sich, der An-kunft Gershom's und seiner Frau gewärtig. Bald kam diese in dieWohnung, und das Gesicht des guten Weibes strahlte von einerFreude, welche sie nicht zu verbergen suchte.
Dorchcn war nicht so schön, wie ihre Schwägerin, dennochwar sie ein hübsches Weib, obgleich Spuren des Kummers nichtzu verkennen waren. Sie war noch jung, und würde sich jetzt inder vollen Blüthe des Lebens gezeigt haben, wenn Gershom's un-selige Leidenschaft nicht schwer auf ihrem Herzen gelastet hätte.Die Freude jedoch, welche die Brust der Gattin erfüllte, strahltejetzt ans ihrem Antlitze wieder, und sie begrüßte le Bourdon herz-lich, als fühlte sie, daß er sich ihrem Manne nützlich erwiesen.Seit Monaten sah sic Gershom diesen Abend zum ersten Male wie-der, ganz so, wie sie ihn früher gekannt hatte.
„Ich habe Dorchen alle unsere Abenteuer erzählt, Bourdon,"