Druckschrift 
30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
Entstehung
Seite
19
Einzelbild herunterladen
 

19

Zweites Kapitel.

Wie baut geschickt sie ihre Zelle,

Wie niedlich formt das Wachs sie aus.Schafft eifrig Süßigkeit zur Stellelind füllt mit Winterkost das Haus.

Watts.

Zunächst mußte nun ermittelt werden, welches der Baum sei,in den sich die Bienen geflüchtet hatten. Le Bourdon nahm seineGeräthschaften zusammen, machte sich wanderfertig und schritt ra-schen, elastischen Schrittes, von seinen Gefährten gefolgt, demPunkte des Waldes zu.

Die Entfernung mochte eine halbe Meile betragen, eineKleinigkeit für Männer, welche gewöhnt waren, ihre Glieder zubrauchen. Nach zehn Minuten waren Alle dort und der Bieneu-jägcr spähte emsig nach dem Baume um. Dieß war der Abschlußdes Tagewerks, und Ben war nicht nur mit Allem versehen, washier erforderlich war, sondern er kannte auch die verschiedenenZeichen, welche auf Wohnsitze von Bienen deuten konnten.

Ein in diesem Berufe Ungeübter hätte hundertmal durch diesenTheil des Waldes wandern können, ohne auch nur zu ahnen, daßGeschöpfe, wie Ben sie jetzt suchte, hier zu finden seien. Im All-gemeinen fliegen die Bienen zu hoch, als daß man sie vom Bodenaus leicht bemerken könnte, obgleich ein geübtes Auge sie auf eineEntfernung hin sieht, welche fast wunderbar scheint.

Ben hatte jedoch noch andere Hilfsmittel, als seine Augen.Er wußte, daß der Baum, welchen er suchte, hohl sein müsse, undsolche Bäume lassen gewöhnlich außen schon gewahren, was ihnenim Innern fehlt. Dann bauen die Bienen in gewisse Baumartenlieber, als in andere, während der Instinkt der emsigen, kleinenThiere sie gewöhnlich in den Stand setzt, sich solche Wohnsitze zuwählen, bei denen sich nicht erwarten läßt, daß ein früher Umsturz

2 »

1