VI
wir lenken zu können glauben, als mit solchen, die aner-kannt unser geistiges Vermögen überragen. So ist es stetsmit dem Menschen. Die Wunder der Schöpfung begegnenihm auf jedem seiner Schritte, ohne sein Nachdenken anzu-regcn, während sein Geist sich mit Gegenständen beschäftigt,welche nicht nur trügerisch und vorübergehend sind, sondernauch keinen höheren Zielpunkt haben, als den, welcher ihnenbas allergewöhnlichste Interesse anweist.
Wir selbst leben der festen Ucbcrzeugung, daß die Handder Vorsehung allen Rassen, Farben und Nationen den Wegandeutet, welche den Osten und Westen zumal ihrem großenZiele zuführt. Böse Geister umlagern die Pfade der Wan-derer, und Millionen verlassen die wahre Richtung undstreifen im Irren umher; dem fehlt der ernste Wille, vvr-zuschreitcn, jener stürmt in ungemessener Eile voran, umrascher an das Ziel zu kommen, als seine Genossen, alleaber sind der wichtigen Gebote und Lehren uneingcdenk,welche uns von Oben gegeben werden. Demungeachtelschreitet das große Ganze vor, und der Tag ist gewiß nichtfern, wo die ganze Erde von der Erkcnntniß des Herrn er-füllt ist, „wie die Gewässer die See bedecken".
Ein mächtiger Stein des Anstoßes für die zahlreicheKlasse wohlgesinnter aber beschränkter Moralisten ist daöscheinbare Unrecht, welches die Vorsehung in ihrem Waltenüber die Menschheit zuläßt. Solche Menschen fassen die