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Kraft zu entwickeln; aber er fühlte sich doch noch stark genug, demWagniß beherzt entgegen zu treten.
Da er von der Nothwendigkeit, leicht zu schwimmen, wenner lange schwimmen wollte, überzeugt war, vergeudete er seine Kraftnicht in dem Beginne, sondern bewegte seine Glieder möglichst regel-mäßig, stetig und besonnen. Er berechnete seine Kraft, und suchtesie in dem Maße zu vertheilcn, wie seine Aufgabe es zu fordernschien.
Zwanzig Minuten etwa setzte er seinen Weg in dieser Weisefort, als er jene Ermüdung schwach zu fühlen begann, welche dieanhaltende Anstrengung derselben Muskeln und deren einförmiges,ununterbrochenes Spiel wohl zu begleiten pflegt. Mit allen Hilfs-mitteln seiner Kunst vertraut, wendete er sich auf den Rücken, so-wohl um seinen Armen eine augenblickliche Ruhe zu gönnen, alsauch, wenn möglich, einen Blick aus das Wrack zu werfen und sichder Strecke, welche er bereits hinter sich hatte, zu vergewissern.
Es wäre jedoch nicht klug gewesen, wenn er lange so hätteschwimmen wollen. Denn er mußte den Stern im Auge behalten,um seine Richtung nicht zu verlieren. Es dürfte vielleicht nichtüberflüssig seist, manchen unserer Leser zu bedeuten, daß die Ober-fläche des Meeres zwar manchmal spiegelglatt, nie aber von jenerlangen, wogenden Bewegung ganz frei ist, welche man unter demNamen „schwere Deining" kennt. Diese Deining war jetzt nichtsehr stark, aber doch mächtig genug, um unfern jungen Maat zu-weilen zwischen zwei schwarze Wellenhügel zu bringen, welche seinenAusguck auf achtzig bis hundert Ellen nach allen Seiten hin be-schränkte; dann hob sie ihn wieder auf den Kamm einer Welle, woer, soweit sein Auge bei so unsicherem Lichte reichte, um sich schauenkonnte.
Einen solchen Augenblick nahm er jetzt wahr, um nach demWrack zu sehen, aber vergeblich. Vielleicht war es in der Höhlungzweier Wellen, während er aus dem Kamm einer starken Woge sich