Mr. Hardinge wollte mir diesen Morgen durchaus Rechnungüber seine Vormundschaft ablegen, und ich mußte den guten Geist-lichen gewähren lassen, obwohl jener Verwaltungsbcricht bei mirganz überflüssig war, denn hätte der ehrliche Alte eine Bescheini-gung in Bausch und Bogen von mir verlangt, ich hätte sie ihmherzlich gerne gegeben, ohne die einzelnen.Jtem'S' lange zu prüfen.
Mr. Hardinge hatte darin eine besondere Eigenheit an sich.Niemand lebte im Allgemeinen weniger für die Welt, Niemandwar untauglicher, ausgedehnte weltliche Interessen, welche Sorg-falt und Umsicht erforderten, zu überwachen, und Niemand wärein schwierigen verwickelten Sachen ein unsichrerer Bevollmächtigtergewesen, als er — gleichwohl zeigte er sich in bloßen Rechnungs-geschäften so geordnet und pünktlich wie der zuverläßigste Bankier.Strengrechtlich und unerschütterlich die Ansprüche Anderer bewach-end war der gewissenhafte Geistliche den größeren Theil seinesLebens hindurch mit einem höchst unbedeutenden Gehalte ausge-kommen und hatte sich nie in Schulden eingelassen, die er nichtbezahlen konnte.
Was diese Vorsicht noch bemerkenswerther machte, war derUmstand, daß er einen Verschwender zum Sohne hatte; aber auchRuprecht hatte ihn niemals in eine derartige Schwäche zn lockenvermocht. Ich zweifle, ob seine wirkliche Kasseneinnahme — denGewinn von seinem Gütchen ungerechnet — jemals dreihundertThaler jährlich betrug; und doch erschienen er und seine Kinderstets wohlgekleidet und ich wußte aus eigener Erfahrung, daß anseinem Tische kein Mangel herrschte. Zwar erhielt er von seinenPfarrkindern von Zeit zu Zeit kleine Geschenke; doch konnten diesewegen ihres geringen Betrages kaum in Rechnung kommen.
ES war seine Ordnungsliebe, sein fester Entschluß, diesemEinkommen nicht vorzugreifen, was ihn so hoch über die Weltstellte, trotzdem daß er eine Familie zu ernähren hatte — wogegen erfich jetzt, wie er mir versicherte, nachdem MrS. Bradfort'S Ver-