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Auch habt ihr immer als Brüder gelebt, und dann ist da noch dergute, treffliche, fromme, getreue Mr. Hardinge, mein Vormundjetzt noch, wie Du weißt — und Lucy, die theure, treuherzige, auf-richtige Lucy —"
„Warum ist denn die theure, treuherzige, aufrichtige Lucynicht hier, um Dich, meine Grace, in diesem Augenblicke zu pfle-gen?" fragte ich rauh.
„Sie weiß nichts von mcinei» Zustande — er, wie seine Ur-sache ist ein Gehcimniß vor Allen außer Gott, Dir und mir selbst.Ach! ich wußte wohl, MileS, daß cS unmöglich sei» würde, DeineLiebe zu täuschen, denn sie bot mir von jeher Alles, was eineSchwester sich nur wünschen konnte."
„Und Lucy? wie konnte sich ihre Zuneigung täuschen lassen?Hat auch sie bloS Angen für die, welche sie in »euerer Zeit bewun-dern lernte?"
„Du thust ihr Unrecht, Bruder. Lucy hat mich seit der großenVeränderung nicht mehr gesehen, welche, wie ich wohl bemerke, übermich gekommen ist. Ein andermal will ich Dir Alles erzählen; fürjetzt kann ich Dir bloS so viel sagen, daß ich nach gewissen Er-läuterungen mit Ruprecht die Stadt verließ und der theuren Lucyden Zustand meiner schwindenden Gesundheit sorgfältig verhehlte.Ich schreibe ihr jede Woche, und erhalte eben so oft ihre Antwort;zwischen uns ist Alles so heiter und scheinbac so glücklich, wieimmer. Nein, Du darfst Lucy nicht tadeln, denn ich weiß gewiß,wenn sic auch nur die leiseste Ahnung von der Wahrheit bekäme,würde sie Alles hinter sich lassen, um zu mir zu eilen. Im Gegen-theil, ich glaube, sie meint, ich möchte sie im jetzigen Augenblickelieber nicht in Clawbonny haben, so sicher sie auch weiß , wie ichsie liebe, denn ein Mädchen von Lucy'S Beobachtungsgeist undHülfSmitteln muß die Wahrheit wenigstens ahnen. Laß mich anDeiner Brust ausruhen, Bruder; das viele Sprechen ermüdet mich."
So saß ich denn eine volle Stunde, die geliebte Schwester in