366
ruhigte, denn das Schiff vor uns hatte ohne Zweifel Alles, wasvorging, mit angesehen.
Bald wurde mir aber klar, daß mein Berufsstolz der Sorgeum die Sicherheit meines Schiffes Weichen müßte. Der Wind warfortwährend mächtiger geworden und hatte nunmehr eine Höheerreicht, welche es nöihtg machte, den Dingen fest ins Auge zu blicken.
Die Segelstreifen, welche mit den Blöcken und Kardeelen, dienoch festhielten, an der Raa herabhingen, schlugen mit einer Hef-tigkeit um sich, welche das Leben aller Nahestehenden bedrohte.Dies geschah jedoch bloS in den Zwischenräume», wenn sich dasSchiff in die Schluchten hinabsenkte; denn so lange es der vollenWucht des Orkans ausgesetzt war, hätten Wimpel nicht schnur-gerader vom Maste flattern können, als diese schweren Trümmervor der Vorraa hertanzten.
Man mußte sie nothwendig fortschaffen und Talcott hatte sicheben erboten, zu diesem Ende auf die Raa zu steigen, als Nebohne Befehl auf die Tackelage sprang und bald von der Stimmenicht mehr erreicht werden konnte. Er entging mehrerer»«! nurmit genauer Noth einer tödtlichen Verletzung, besonders durch dieVorschootenblöcke; es gelang ihm aber dennoch — dem kühnenSchwarzen — alle Neberbleibsel abzuschneiden, so daß außer demLeik des Segelkopfes nichts mehr an der Spiere gelassen wurde.ES bedurfte hiezu freilich geringer Mühe, wo das Messer gebrauchtwerden konnte — denn die Fäden der starken Leinwand kamen demInstrumente förmlich entgegen.
Sobald das Schiff mit nackten Masten dastand — was freilichnur mit Aufopferung zweier Segel erreicht worden war — fand icheher Muße, mich nach dem andern Fahrzeuge umzusehen, das übereine halbe Meile vor uns wild umhergierte und mit dem unte-ren Raaarm sogar de» Wasserspiegel streifte.
AIS wir näher kamen, konnte ich mir das Schiff genauer betrach-ten, obwohl es blos auf Augenblicke so deutlich sichtbar ward, daß