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Schwester von einer Liebe zu Lucy gesprochen. Bis auf denletzten Monat, wo Eifersucht und Mißtrauen meine Empfindungbeschleunigten, hatte ich in der That selbst Noch nicht gewußt, mitwelcher Leidenschaft ich das theure Mädchen liebte; denn früherwar meine Zuneigung mir als etwas so Natürliches erschienen, hattewenigstens dem Scheine nach so vieles von brüderlicher Liebe anfich gehabt, daß ich niemals veranlaßt worden war, das eigentlicheWesen meiner Aufmerksamkeit genauer zu erforschen. Wir hattenalso Beide einen geweihte» Grund in unfern Herzen berührt undJedes von uns scheute sich, seine Schwäche bloß zu legen.
„Ach Du weißt ja, Grace, wie es im Leben geht," gab ichnach augenblicklichem Schweigen mit angenommener Sorglosigkeitzur Antwort — „heute überall Sonnenschein und morgen nichtsals Wolken. — Ich werde vermuthlich gar nicht heirathen, theuersteSchwester und Du oder Deine Kinder werden einst Clawbonny erben;dann kannst Du mit dem Hause anfangen, was Du willst. Ummein Andenken zu sichern, will ich übrigens Befehle hinterlajsen,Steine aus jenem Felsbruche zu nehmen und nächstes Jahr densüdlichen Flügel aufrichten, von dem wir schon so viel gesprochenhaben: ich will auf diese Art drei bis vier Zimmer beifügen,in denen man — ohne sich zu schämen — seine Freunde empfan-gen kann."
„Ich hoffe, Du brauchst Dich über nichts zu schämen, was Dujetzt zu Clawbonny vorsindest, Miles. — Was Dein Nichtheirathenbetrifft, theurer Bruder, das wollen wir erst abwarten: in DeinemAlter pflegen junge Männer in diesem Punkte sich selbst noch nichtzu kennen."
Dies wurde nicht ganz ohne Scherz geäußert, doch lag immernoch ein Schatten von Trauer auf dem Antlitze der geliebtenSprecherin, den ich von Grund meines Herzens daraus verbanntwünschte. Ich glaube, Grace begriff meine peinliche Lage und