Loose ziehen, Mädchen, oder euch meiner Unparteilichkeit anver-trauen?"
„Das Letztere — ohne Zweifel," gab Grace zur Antwort.„Die Berthcilnng wurde so billig vorgenommen, daß ich nichtWohl einsehe, wie Du eine von uns Übervortheilen könntest."
„Gut, da dies der Fall ist, so bestimme ich dieses Häufchenfür Lucy und dies hier für Dich, liebe Grace."
Meine Schwester stand auf, schlang ihre Arme voll Zärtlichkeitum meinen Nacken und gab mir einen jener hundert Küsse, welcheich von jeher für alle meine Geschenke von ihr erhalten hatte. Dietiefe Anhänglichkeit, welche dabei in ihren engclgleichen Blickenleuchtete, würde mich allein schon für fünfzig solcher Gaben be-lohnt haben. Ich stand damals beinahe auf dem Punkt, ihr auchnoch das Halsband in den Kauf zu geben und nur einige undeut-liche Phantasiebtlder von einer MrS. MileS Wallingford hielten michdavon ab.
Lucy — zu meinem nicht geringen Erstaunen — empfing diePerlen und murmelte einige unverständliche Worte, ohne sich nurvon ihrem Stuhl zu erheben. Emilien schien die Sache zu lang-weilen, sie nahm daher ihren Ueberwurf und schlug einen Spazier-gang vor, da der Abend, wie sie bemerkte, köstlich zu werden an-fange. Ruprecht und Grace stimmten freudig ein und entferntensich bald darauf mit Emilien, während sich Lucy zum Nachfolgenanschickte, sobald ein Mädchen ihren Hut gebracht habe» würdeund ich mich mit Geschäften entschuldigte, die mich auf meinemZimmer zurückhielten.
„Miles," — sprach Lucy, als ich eben ins Haus treten wollte— sie selbst stand am Rande der Piazza, im Begriff, den Anderenzu folgen, hielt mir aber das kleine Papicretui hin, worein ichihren Antheil an den Perlen gelegt hatte.
„Soll ich sie für Dich bei Seite legen, Lucy?"
„Nein, MileS — nicht für mich — sonder» für Dich selbst