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fremd waren, so hatte ich nichts zu sprechen und hörte schweigendzu: ich fand so um so besser Gelegenheit, die Mädchen mit einan-der zu vergleichen.
Was Zartheit der äußeren Erscheinung betrifft, so hattenGrace und Lucy hierin vor der englischen Schönheit den Vorzug.Hand und Fuß war bei ihnen kleiner, die Taille seiner und dieBewegungen überhaupt—meiner Meinung nach — gefälliger. Da-gegen war Emiliens Teint schöner, obwohl ihre Gesichtsfarbe we-niger fein und zart war. Vielleicht hatte sie unter den Dreien dieschönsten Zähne, wenngleich die meiner Schwester und Lucy'S, beson-ders die der letzteren, zu den hübschesten gehörten. Schultern undBüste der Engländerin hätten überhaupt weit größere Bewunderunggefunden, als die der meisten Amerikanerinnen — besonders aberder New-Vorker Damen; allein es war unmöglich, es Luch hierinzuvorzuthun. Indessen zeigte Emiliens Gesicht am meisten Geist,Lucy'S Antlitz aber am meisten Feinheit und Gefühl. Mit Grace'SGesichtsausdruck will ich gar keine Vergleichung anstellen, weil dieserdurch sein ganzes Gepräge zu eigenthümlich war, um sich in einenationale Klassifikation eiuschließen zu lassen.
Ich erinnere mich, wie ich, als die drei Grazien so in einerReihe neben einander saßen und sich frei und munter mit einan-der besprachen, dachte, Lucy in ihrem niedlichen Morgenanzug sevdie hübscheste, wogegen ich aber noch zweifelhaft blieb, ob Emiliein einem Ballsaal nicht den meisten Beifall eingeärndet hätte. Icherwähne dieser Unterscheidung, weil ich sie als nationell betrachte.
Der Besuch dauerte eine Stunde, denn ich hatte beiden Theilenmeinen Wunsch ausgedrückt, daß sie sich kennen lernen möchten unddie Mädchen schienen auch gegenseitig Gefallen an einander gefundenzu haben. Wenn sie so zusammen plauderten, lauschte ich auch auf denKlang der Stimmen und es kam mir vor, als ob Emilie in derIntonation und in Accent den beiden Andern einigermaßen über-legen wäre; der Unterschied war jedoch kaum bemerkbar und dazu