467
Mrs. Bradfort anschloß — war aber ganz anderer Art, denn sicstammte ans dem Wunsche, die Dame kennen zu lernen, welcheMr. Haidinge in einem selchen Momente wählen mochte.
Ich hatte den alten Herrn noch nie in solcher Verwirrunggesehen. Er lachte, suchte der Aufforderung auszuweichen, rutschteauf dem Stuhle hin und her, bis er zuletzt förmlich erröthete —und dies Alles nicht etwa deßhalb, weil er einem besonderen Indi-viduum des schönen Geschlechts einen Vorzug einräumte, sondernaus lauter natürlichem Mißtrauen und geleitet von der seltenen Ein-falt und Natürlichkeit seines Charakters, was ihn bei dem bloßenAnschein, als ob er sich einen besondern Liebling zum Toaste wähle—in Verlegenheit setzte. Es war in der That ein rührendes Bildmännlicher Reinheit und Wahrheitsliebe!
Wir wollten uns übrigens nicht um unsere Freude bringenlassen und nachdem der alte Herr sein Gesicht fünf bis sechs Malvergeblich in strenge Falten zu lege» versucht hatte, nahm er end-lich eine so ernste Miene an, als ob er ein Gebet sprechen wollteund erhob sein Glas mit den Morten:
„Poggy Perott!"
Ein allgemeines Gelächter folgte dieser Ankündigung; PeggyPerott war nämlich eine alte Jungfer, welche um Lohn die Kran-ken in der Nachbarschaft von Clawbonny pflegte und uns allen alsdas häßlichste Weib in der Grafschaft bekannt war.
„So — also zuerst laßt ihr mir keine Ruhe, bis ich einenToast ausbringe und Hab' ich's gethan, so lacht ihr mich aus!"rief Mr. Hardinge, halb scherzend, halb ernsthaft seine Beschwerdevorbringend. „Peggy ist eine vortreffliche Frau und eine der nütz-lichsten, die ich kenne."
„Ich wundere mich nur, thenerster Sir, daß Ihr nicht auchein höheres Gefühl damit verknüpft habt," siel ich etwas vor-witzig ein.
„Und wenn ich cs gethan hätte, so wäre eS jedenfalls ein