Wonne, mit der jetzigen verglichen. Ich lieble Marble: tollkühn,unüberlegt und ungebildet, wie er ln mancher Hinsicht war, hatteer sich dennoch gegen mich als standhaften Freund erwiesen. Er warein trefflicher Seemann, eine Art instinktmäßiger Seefahrer, seinerFlagge getreu wie die Magnetnadel und tapfer wie ein Löwe.Dann wußte ich auch recht gut, daß sein gekränktes Ehrgefühl unddie strengen Ansichten, welche er über seine Pflichten gegen dieSchiffseigner nährte, ihn in die gegenwärtige Noth getriebenhatten. Ich glaube mir selbst nur Gerechtigkeit zu erweisen, wennich versichere, daß ich in jener Nacht herzlich gerne jeden Augen-blick meinen Platz mit dem seinigen vertauscht hätte.
Wir hielten eine Berathung auf dem Quarterdeck, worin wirdahin übereinstimmtcn, daß unsere einzige Hoffnung, das Bootaufzufinden, darauf beruhte, uns so nahe wie möglich au die Stellezu halten, wo dessen Mannschaft den Schooner zum letztenmal ge-sehen haben mußte. Markte hatte ein Recht, solches zu erwarten undwir boten alle unsere Kräfte auf, um dieses Ziel zu erreichen: wirvierten öfter und suchten, was wir beim Herumkommen verloren,an unserem Halsen wieder cinzubringen.
So verbrachten wir eine peinliche, höchst unbehagliche Nacht:die Winde heulten uns eine Art Requiem für die Tobten vor,während wir kaum wußten, ob wir uns in den Wogen wälztenoder nicht, da eine solche Waffermaffe aus den Wolken herabstürzte,daß wir auf dem Verdeck beinahe ertranken.
Endlich kehrte das Tageslicht zurück; bald darauf brach sichder Sturm und schien seine Wuth erschöpft zu haben. Eine Stundenach Sonnenaufgang trat der Passatwind wieder ein, die Wogenrollten regelmäßig wie zuvor, und der Schooner entfaltete alleseine Leinwand. Wir Offiziere standen natürlich alle auf denMarsen, die einen vorn, die andern hinten, um nach dem BooteauSzuschaucn: aber wir sahen es nicht wieder und was noch außer-ordentlicher war — auch von dem Schiffe ließ sich nichts mehrMileS Wattingford. 24