342
als ich vur Ungeduld brannte, die näheren Umstände z» erfahren,welche meine Freunde in ihre jetzige außergewöhnliche Lage ver-setzt hatten.
„Die Sache scheint allerdings höchst außergewöhnlich," begannMajor Merton, sobald ich ihn durch meine Schlußbemerknng zurErwiederung veranlaßte — „klingt aber höchst einfach, wenn mandie traurige Geschichte am rechten Ende anfängt und die Begeben-heiten in der Reihenfolge, wie ste sich ereigneten, berichtet."
„Als Ihr uns in London verließet, Wallingford, glaubte ich,wir stunden auf dem Punkte, nach Westindien abzusegeln; baldaber bot sich mir eine bessere Anstellung im Osten und Bombaywurde nun mein Bestimmungsort. Es war für mich von Wichtig-keit, meinen Hafen so früh als möglich zu erreichen, und da keinregelmäßiger Jndienfahrer bereit lag, so nahm ich Plätze auf einempatentirten Packeiboot, einem kleinen unbewaffneten Fahrzeuge. Wirwaren ohne irgend einen Unfall unserem Hafen bis auf drei oder vierTagereisen nahe gekommen, als wir mit der Panline zusammentrafenund von ihr gekapert wurden. Anfänglich, glaubte ich, wäre Ka-pitän Le Compte bereit gewesen, mich auf Ehrenwort ziehen zulassen; aber eS bot sich keine Gelegenheit dazu dar und wir kamenmit dem Schiff nach Manilla. Dort traf uns der herbe Verlust,den Euch unsere Trauerkleidung ohne Zweifel bereits verkündet hat,und ich hegte schon die Hoffnung, irgend ein Uebereinkommentreffen zu können, um mich aus dieser Lage zu retten. AlleinMonsieur Le Compte war mittlerweile Emiliens offener Bewunderergeworden und jetzt ist vermuthlich jede Aussicht auf Befreiung ver-schwunden, so lange er Vorwände zum Aufschub zu ersinnen vermag."
„Ich hoffe doch, er wird seine Gewalt nicht auf irgend eineArt mißbrauchen und Miß Merton mit Zudringlichkeiten zur Lastfallen, welche ihr unangenehm wären?"
Emilie belohnte mich für die Wärme, mit welcher ich sprach,durch ein süßes Lächeln und leichtes Erröthen.