Wir erkannte» uns auf den ersten Blick und begrüßten unszu Monsieur Le Compte'S Erstaunen aufs Herzlichste als alte Be-kannte. Diesen Namen durften wir uns zwar kaum beilegen; alleinaus einer unbewohnten Insel der Südsee freut man sich über jedesGesicht, das man früher einmal getroffen hat.
Emilie sah weniger blühend aus, als ich sie beinahe vor einemJahre in London verlassen hatte, war jedoch immer noch hübschund angenehm; sie und ihr Vater standen Beide in Trauer und dadie Mutter sich nicht zeigte, so konnte ich die Wahrheit sogleicherrathen: MrS. Merton war schon damals, als ich sie kannte,kränklich gewesen, wiewohl ich ihr keinen so baldigen Tod prophe-zeit hatte.
Mir schien, als ob sich Kapitän Le Compte über den freund-liche» Empfang, der mir zu Theil ward, ärgerte; er vergaß jedochseine feinen Sitten nicht, sondern stand auf, mit dem Bemerken, erwolle mich mit meinen Freunden allein lassen, damit wir gegen-seitiger Erläuterungen Pflegen könnten, während er selbst die Ge-schäfte' des TageS in Augenschein nehmen werde.
Beim Abschied sah ich — nicht ohne Mißfallen — wie er sichEmilien näherte und ihr die Hand küßte: er that eS zwar vollEhrerbietung und nicht ganz ohne Grazie, dabei aber mit einemAusdruck und einer Wärme, welche nicht wohl mißverstanden werdenkonnten. Emilie erröthete, indem sie ihm guten Morgen sagte undwarf mir einen Blick zu, der mir einer sehr wehmüthigen Empfin-dung zum Trotz ein Lächeln abnothigte.
„Nie, Mr. Wallingford, nimmermehr!" sprach Emilie mitNachdruck, sobald ihr Bewunderer es nicht mehr hören konnte.„Wir sind seiner Willkür preisgegeben und müssen in gutem Ein-vernehmen mit ihm bleiben — aber ich kann mich niemals miteinem Fremden vermählen."
„Das ist eine schlechte Ermuthigung für Mr. Wallingford,