303
läufer war bald umgeschlnngen und die Leute gafften in stummerErwartung nach dem Hinterdeck.
„Bringt den mörderischen Schuft nach vorn, bindet ihm dieArme auf den Nucken, stellt ihn auf die dritte Kanone und erwar-tet meine ferneren Befehle," fuhr der neue Kapitän in ernstrmTone fort.
Auf diese Ordre wagte niemand zu zaudern, obwohl ich bemerkenkonnte, daß einige von den Burschen keinen sonderlichen Gefallenan dem Geschäfte fanden.
„Gewiß ists Euch nicht Ernst, Mr. Marble l" warf ich endlichleise ein.
„Kapitän Marble, wenn'S Euch gefällig ist, Mr. Walling-ford. Ich bin jetzt Herr dieses Schiffs und Ihr der Obcrstcuer-mann. Ich beabsichtige, Euren Freund Smudge als warnet?deSBeispiel für seine Kameraden an der Küste ein Bischen aufzuhän-gen. Diese Waker sind im jetzige» Augenblicke voller Augen und derAnblick, den sie sogleich haben sollen, wird mehr Gutes stiften alsvierzig Missionäre und unzählige Jahre des PrcdigenS auSrichtenwürden. Stellt den Burschen auf die Kanone, ihr Leute, wie ichEuch schon befohlen: das ist die rechte Art, mit einem Indianerzu verallgemeinern."
Im nächsten Augenblicke sah man den armen Unglücklichenmit einem Ausdrucke um sich schauen, welcher zeigte, daß er Gefahrahnte, wiewohl er die eigentliche Art seiner Hinrichtung unmöglichzu begreifen vermochte. Ich ging zu ihm, drückte ihm die Handund wies nach oben, um ihm damit zu sagen, daß seine einzigeHoffnung nunmehr auf dem großen Geist beruhe. Der Indianerverstand mich, denn von da an zeigte er eine Miene würdevollerRuhe, wie Einer, der vollkommen gefaßt ist, seinem Schicksale zubegegnen. Bei seiner Denkweise ist eS nicht wahrscheinlich, daßer in jenem Tode eine besondere Härte erkannte, denn ohne Zwei-fel hatte er manchen Gefangenen unter weit weniger beschwerenden