270
Als ich »m zwölf Uhr aufs Verdeck kam, fand ich den drillenSteuermann mit de,» Ducker im eifrigsten Gespräch — so weitdies nämlich möglich war; Letzterer, wie auch Sinndge, hatte denTag über so viel geschlafen, daß Beide geneigt schienen, die Nachtmit Rauchen zuzubringen.
„Wie lange sind diese Bursche schon ans dem Deck?" fragteich den dritten Steuermann, als er eben hinabgehen wollte.
„Meine ganze Wache hindurch; ich fand sie schon mit demKapitän zusammen, der sie mir zur Gesellschaft übergab. Wennder Bursche, der Ducker hier, nur auch ei» Bischen von einermenschlichen Sprache verstünde, dann könnte man sich seine Unter-haltung schon gefallen lassen; aber so mit bloßen Zeichen — dasZeug ist mir so gründlich entleibet, als eS nur je eine harte Ar-beit gewesen sein kann."
Ich war bewaffnet und schämte mich, vor einem wehrlosenMenschen Furcht z» zeigen. Dann boten auch die beiden Wildenkeinen weiteren Grund zum Mißtrauen, denn Ducker hatte seinenSitz bei der Winde eingenommen, wo er seine Pfeife anscheinendmit einer Gelassenheit rauchte, welche dem ernsthaftesten PavianeEhre gemacht hätte, während Smudge nicht einmal Verstand ge-nug zum Rauchen zu besitzen schien — eine Beschäftigung, welchewenigstens das Verdienst hat, dem Manne eine» gewissen Anstrich vonWeisheit und Nachdenken zu verleihen. Ob die ächten, leidenschaftlichenRaucher in Wahrheit weiser als die klebrigen ihres Geschlechtessind oder nicht — ich konnte cs niemals hcranSbringen; aber soviel wird man mir zugeben, daß sie manchmal wenigstens so anS-sehen. ES war wirklich Schade, daß Smudge dieser LandcSsittenicht Pflegte, da sie dem Burschen den Anschein gegeben hätte, alsob er zuweilen über Etwas nachdächte, denn während sein Gefährtesich an der Winde seines Pfeifchens erfreute, sah ich ihn, fast wieein Schwein, immer denselben Weg und scheinbar mit dem gleichenZiel vor Augen, auf dem Verdecke herumstrolchen.