2Z8
und noch anderen Gründen allmählich klarer zu werden anfing. Unizehn Uhr konnten wir auf eine volle Meile um uns sehen, wiewohlich kaum behaupten kann, daß der Wind an Heftigkeit nachgelassenhätte. Von einem Hochgehen der See war nichts oder so viel wienichts zn bemerken, denn das Wasser zeigte sich so glait wie ineinem Flusse.
Der Tag rückte immer weiter und zn gleicher Zeit vermehrtesich unsere Unruhe über die Neuheit unserer Lage. Unsere einzigeHoffnung und Erwartung blieb auf einen guten Ankerplatz ge-richtet; dazu aber war eine Leebncht* unumgänglich nothwendig.Wir hatten das Land noch immer ans der Steuerbordseite vorAugen, allein dieses gewährte »nS kein Luv- sondern ein Leeuserund nur das Erstere mochte unserem Grnndtackel in solchem Sturmeeinige Aussicht gewähren. Auch entfernten wir uns allmählig vonder Küste, welche sich jetzt mehr gegen Norden hinzog, so daß wirimmer mehr Seeraum gewannen.
Was uns am meisten ängstigte, war die Wahrnehmung, daßwir von einer gewaltigen Flut dahingetragen wurden, was sich bloSaus einem einzigen Umstande erklären ließ. Wären wir nämlich ineine Bucht eingelaufcn, so hätte die Strömung weit geringer sehnmüssen und eS schien somit unerläßlich, daß eine solche Wassermaffeauch einen Ausgang haben müsse, denn hier war von keinem bloßenAnschwellen des Gewässers die Rede, wie es in den Buchten vor-kommt — nein, das Element schoß vielmehr mit Pfeilgeschwtndigkeitdahin, als ob es sich in einem Passe durchzwänge.
Von dieser letzteren Thatsache erhielten wir gegen cilf Uhreinen nnläugbaren Beweis. Um diese Zeit wurde nämlich auchvorn Land wahrgenommen und groß war der Schrecken, welchendiese Entdeckung vsranlaßte; ein zweiter Blick beruhigte un» wieder,da sich das Land blos als ein felsiges Jnselchcn von sechs bis achtMorgen Ausdehnung erwies, dem wir natürlich auswichen, aber» d. h. die vor dem Winde geschützt war. D. U.