Westindier hereingefahrcn: wir hatten ihm Raum dazu gegeben,so daß er uns Beide genau betrachten konnte. Der Engländermochte ihm wohl einladender Vorkommen, denn „Steuer auf" und„mit den Entercrn hinüber" war bei ihm das Werk eines Augen-blicks. Keiner von den Zweien löste seine Kanonen, doch standenwir so nahe, daß wir Alles deutlich erkennen, ja sogar die Kom-mandos unterscheiden und die Stöße und Hiebe des Handgemengesvernehmen konnten.
Für uns auf der Brigg war dies eine schreckliche Minute:durch die Stille des düsteren Morgens drang uns das Geschrei derVerwundeten und die Flüche der Streitenden deutlich zu Ohren.John Bull focht wacker trotz seiner Neberraschung, wiewohl wirbemerkten, daß er überwältigt wurde, während eben die Entfernung,so wie der Nebel, der sich am Lande zusammenzuballen anfing, diebeiden Schiffe vor unserm Blick verhüllte.
Das Verschwinden der beiden Kämpfenden gah mir den bestenWink über mein ferneres Verfahren: ich blieb noch drei bis vierMinuten in meinem jetzigen Kurse, bis ich gewiß sehn durfte, nichtgesehen zu werden und vierte dann abermals, indem ich die Brigg,sum fie so schnell wie möglich aus der Gefichtslinie zu bringen,etwas abhielt und dann gegen die englische Küste rannte, welchechon so weit entfernt war, daß wir noch eine ziemliche Weilelänger in dieser Richtung fortfahren konnten.
Dieses Auskunftsmittel glückte uns vollkommen, denn als wirnun für nöthig fanden, auss Neue zu vieren, begann schon derTag heranzudämmern und kurz nachher konnte» wir bemerken, wieder Westindienfahrer und der Lugger vom Lande absegelten undeilends der sranzöfischen Küste zusteuerten. Im Jahre 1799 wares wohl möglich, daß der kühne Franzmann seine Prise in einenseiner eigenen Häfen brachte; drei bis vier Jahre später wäre diesein ziemlich hoffnuugsloseS Unternehmen gewesen.
Die Amanda war gerettet und Nelson konnte sich nach seinem