Wasser genug für uns vorhanden seh, so werde eS auch für ihnhinreichen, und so sah ich ihn denn eine Minute später, fast ganzin den Wind eingeklemmt, an der Landspitze vorbeiluffen und miteiner Leichtigkeit in unser Kielwasser abfallcn, als ob er durch einenMagnet angezogen würde.
Kein Laut hatte bis jetzt die Stille der Nacht unterbrochen:kein Anruf, kein Kommando — unsere eigenen ausgenommen,und diese waren nur leise gegeben worden — war am Bord derAmanda vernommen worden. Das vor Anker liegende Schiff —ein schönes Fahrzeug und wie ich glaubte ein Kriegsschiff — schiensich um Nichts zu bekümmern, sondern lag da wie ein Seevogel,der auf seinem eigenen Elemente schlummert. Wir befanden unsin gerader Linie zwischen ihm und dem Lugger, und es ist wohlmöglich, daß die englische Ankcrwache letzteren gar nicht bemerkte;die drei Schiffe waren nicht über Kabellänge aus einander, d. h.wir mochten etwa gerade so weit von dem Engländer, der Luggerganz wenig weiter von uns entfernt sehn.
In fünf Minuten mußte Alles entschieden werden. Ich stand auf demVorkastell der Brigg und untersuchte mit der ängstlichsten Spannung,was ich Alles am Bord des Schiffes wahrnehmen konnte, da dessenGröße, Bau und Tackelage allmählig immer deutlicher hervortraten.
„Schiff ahoy!" rief ich es endlich an.
„Hillaho! Was ist das für eine Brigg?"
„Ein Amerikaner, mit einem französischen Piratenlngger dichtauf seinen Fersen, gerade in seinem Kielwasser. Ihr thätet besser,Euch auch zu rühren!"
„Den Teufel auch!" so lautete die erste Antwort, die ich hörte.„Die höllischen DankeeS!" kam dann zunächst und „Alle Matrosen!"war das Letzte, was drauf erfolgte.
So viel war klar — meine Nachricht hatte auf dem Englän-der Alles in Bewegung gesetzt. Talcott kam jetzt mit der Botschaftherbeigerannt, in Folge einiger Bewegungen am Bord des Luggers