erzählte die Geschichte ganz in meiner einfachen Weise, welchefreilich in vielen Punkten einen ganz anderen Eindruck auf meineZuhörer machte als Ruprechts frühere Schilderung. Ich glaubteim Verlaufe der Geschichte ein paar Mal zu bemerken, wie Lucyrecht kummervoll vor sich nieder sah, während mich Grace vollUeberraschung anblickte. Ich glaube nicht, daß ich, was auf michBezug halte, im Geringsten verschönerte, und daß ich Neb nichtmehr als Gerechtigkeit angedeihen ließ — das weiß ich gewiß.
Meine Erzählung war bald zu Ende, denn die ganze Zeit überwar mir nicht anders, als ob ich Ruprecht fortwährend widerlegte, derübrigens in Betreff der Widersprüche in den beiderseitigen Berichtennicht die mindeste Bestürzung zeigte, dieselben vielmehr gar nichtzu bemerken schien. Jetzt wundere ich mich nicht mehr hierüber,denn ich bin seitdem auf Leute gestoßen, welche die Wahrheit,selbst wenn man sie ihnen ganz dicht vor Augen hielt, nicht zuerkennen vermochten.
Mr. Hardinge drückte seine herzliche Zufriedenheit darüberaus, daß er uns wieder um sich hatte und stellte bald darauf dieFrage, ob wir durch das, was wir von der Welt gesehen hätten,befriedigt wären. Dies war nun allerdings eine Gewissensfrage, dieich übrigens für'S Beste hielt, lieber gleich mit männlicher Offen-heit zu beantworten. Weit entfernt befriedigt zu seyn, sey es viel-mehr, wie ich ihm sagte, mein sehnlichster Wunsch, auf einem derbewaffneten Handelsschiffe, deren in unserem Vaterlande sovieleausgerüstet würden, Dienste zu nehmen und eine Reise nach Europazu machen. Ruprecht dagegen gestand ein, er habe seinen Berufmißkannt und glaube nichts Besseres ihun zu können, als in dasBüreau eines Advokaten einzutreten.
Ich war über dieses ruhige Zugeständniß meines Freundes wievom Donner gerührt, denn eS war das erste Mal, daß er von seinerIlntauglichkeit zum Seemann, sowie von seiner nunmehrigen, veränder-ten Absicht sprach. Ich hatte zwar in verschiedenen Lagen, welche Ent-