Der nächste Befehl rief aste Matrosen auf ihre Posten, wobeiich auf den großen, Ruprecht aber auf den FockmarS zu stehen kam.Wir hatten nur leichte Arbeit, wie das AuSbeffcrn von Beschädi-gungen zu besorgen und da der Kapitän hörte, daß wir Beide mitFeuerwaffen vertraut waren, so gab er jedem eine Muskete, mitdem Befehl, sobald wir unten feuern hörten, auch oben loszudrücken.Wir hatten schon einmal im Feuer gestanden und dünkte» unsdaher wie Veteranen; so gingen wir denn lächelnd und einanderzunickend auf unsere Posten oben in der Tackelage.
Von beiden Standpunkten war meiner der bessere, da ich, durchdas Kreuzmarssegel nur wenig am Sehen gehindert — nachdem dieBrigg so nahe war — das Herankommen des Feindes beobachtenkonnte, wogegen das große Marssegel dem armen Ruprecht wieein dichter Vorhang aste Aussicht versperrte. Was die Gefahranlangte, so waren sich hierin aste Posten so ziemlich gleich, da dieBollwerke fast nur aus einfachen Planken bestanden, welche eineFlintenkugel kaum aufgehalten hätten und die Franzosen dafür be-kannt waren, daß sie meist nach der Tackclage feuerten.
Sobald Alles fertig war, gebotderKapitän i» ernstemTone Stille:die Brigg war jetzt auf Anrufweite nahe gekommen; ich konnteihre Decks ganz deutlich sehen und bemerken, wie sie von Bewaff-neten wimmelten; auch ihre Kanonen konnte ich zählen — sie führtebloS zehn, wie mir schien, sämmtlich von leichteren, Kaliber, als dieunsrigen. Ein Umstand aber fiel mir als verdächtig auf: ihr Vor-kastell war mit Leuten vollgepfropft, welche sich hinter die Boll-werke zu verkriechen schienen, als ob sie sich den Blicken derer aufdem Tigris entziehen wollten.
Ich beabsichtigte Anfangs auf ein Bakstag zu springen undnach dem Deck hinabzurutschen, um diese drohende Erscheinung da-selbst bekannt zu machen: allein ich hatte so allerlei über diegebieterische Pflicht sprechen hören, im Angesichte des Feindes aufseinem Posten zu bleiben, und mochte also meinen Hauptmars nicht