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„Theurer Ruprecht!
Heute morgen um neun llhr war Clawbonny in tiefer Auf-regung und zwar nicht ohne Ursache. Sobald Deines VatersAengstlichkeit peinlich zu werden ansing, erzählte ich ihm die ganzeGeschichte und übergab ihm die Briefe — er weinte, so leid esmir thut, Dir'S zu sagen. In meinem Leben möchte ich nie wiederso etwas sehen. Bei zwei thörichten Mädchen, wie Lucy und ich,haben Thränen in der Regel nicht viel zu bedeuten — aber, Ruprecht,ein alter Mann wie Dein Vater, den wir lieben und ehren, einenDiener des Herrn in Thränen! — Der Anblick war kaum zu er-tragen. Wegen unseres Schweigens machte er uns keine Borwürfe,sondern sagte vielmehr, er sehe nicht ein, wie wir nach einmalgegebenem Versprechen anders hätten handeln können. Ich er-wähnte eurer Gründe wegen ,der Verantwortlichkeit in den Prä-misse,?, aber ich glaube kaum, daß er sie verstanden hat. Ist eszu spät zur Rückkehr? Das Boot, das euch davon führte, kanneuch auch wieder zurückbringen und wie wollen wir Alle uns freuen,euch wieder zu sehen! Wohin ihr immer geht und was ihr auchthut, Knaben — denn ich schreibe dem Einen so gnt wie dem An-dern und adresstre bloS deshalb an Ruprecht, weil er es dringendwünschte — aber wo ihr auch hingeht und was ihr auch immerthun wöget: gedenket der Lehren, die ihr in eurer Jugend empfan-gen habt und vergeht nicht, wie sehr wir Alle an eurer Aufführungund an eurem Glücke Antheil nehmen.
Von ganzem Herzen
An Mr. Ruprecht Hardinge. Deine Grace Wallingford."
Lucy war weniger vorsichtig und vielleichc etwas aufrichtigergewesen. Sie schrieb wie folgt:
„Theurer Mileö!
Ich schrie und weinte, glaub' ich, noch eine ganze Stunde,nachdem Du mit Ruprecht fort warst, und jetzt, da Alles vorüberist, ärgere ich mich, daß ich um zweier so thörichten Jungen willen