43
nämlich lieber ausgehungert, als daß er seinem jungen Herrn indiesem nothwendigen Geschäfte vorangegangen wäre — Ruprechtfand ich in tiefem, lieblichem Schlummer an meiner Seite.
Wir waren mitten im Tappansee und hatten die Hochlandeglücklich passirt. Neb schilderte uns des Breiteren die Schwierigkeitender Schifffahrt auf einem Flusse, der voll Krümmungen und von hohenGebirgen eingeschloffen seh, gab aber doch im Ganzen zu, daß manWasser, Wind und Raum genug vor sich habe. Von diesem Augenblickean hielt uns die Aufregung hinlänglich munter — Alles, was wirsahen, war uns neu, und Alles schien uns in hohem Grade ergötzlich.
Es war ein schöner Tag, der Wind blieb fortwährend günstigund kein Unfall störte unsere Freude. Ich halte eine kleine Karte,die aber weder sehr genau, noch sonderlich gut gestochen war, und er-innere mich noch recht gut, mit welcher Wichtigkeit ich meinen beidenGefährten, nachdem ich zuvor den Namen gesucht hatte, die Fels-vorsprünge am westlichen Ufer als New Jersey bezeichnet-! SogarRuprecht war von diesem wichtigen Umstande betroffen: Neb abergerieth ganz außer sich, rollte seine großen schwarzen Augen undwies die blendend weißen Zähne, bis er plötzlich das dicke Gewülstseiner ächten Korallenlippen mit der Frage schloß, was denn NewJersey so eigentlich bedeute? Ich willfahrte natürlich seiner lobenS-werthen Wißbegierde, und Neb schien noch viel vergnügter alsfrüher, seit er wußte, daß New Jersey ein Staat sey. Reisengehörte damals noch nicht wie heut zu Tage zu den NlltagSbeschäf-tigungen, und für drei amerikanische Knaben, von denen Keinerüber Neunzehn zählte, war'S in der That keine Kleinigkeit, erzählenzu können, daß sie einen andern als ihren eigenen Staat gesehen hätten.
Trotz der raschen Fahrt während der ersten paar Stundenunserer Flucht waren wir doch von dem Ziele unserer Reise nock-weit entfernt. Gegen Mittag erhob sich ein leichter Südwind, sodaß wir bei der hohen Fluth vor Anker gehen mußten. DieserUmstand versetzte uns alle in eine sehr unbehagliche Stimmung,