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aufgefangen — „und zwischen Schein und Wirklichkeit nicht ge-hörig unterscheidet."
„Pflichten — oberflächlich! Ich verstehe Dich nicht, MileS.Mr. Hardinge muß doch wissen, welchen Berus Du zu ergreifen be-absichtigst. Erinnere Dich doch, Bruder, daß er uns jetzt die El-tern ersetzt."
„Ja, aber er thut dies bei mir nicht mehr, als bei Ruprecht —das wirst Du, denk' ich, zugeben?"
„Ruprecht und abermals Ruprecht! Was hat er nur mit DeinerScekarriere zu schaffen?"
„Versprich mir, mein Geheimniß zu bewahren, und Du sollstAlles wissen — aber ihr müßt mir beide Euer Wort darauf geben.Ich weiß, ihr werdet es nicht brechen, wenn ihr'S einmal ver-pfändet habt."
„Versprich'S ihm, Grace," bat Lucy mit-leiser und -— wie ichtrotz meiner Jugend bemerken konnte — etwas zitternder Stimme.„Geben wir unser Wort, so werden wir wenigstens Alles erfahrenund können dann vielleicht mit unserem Rathe auf diese halsstarrigenKnaben einwirken."
„Du meinst beide Knaben? Du kannst doch nicht glauben,baß Ruprecht nicht Priester und seines Vaters Gehülfe werden —daß auch er auf die See gehen will?"
„Man kann nicht wissen, was Knaben im Sinne führen. Ver-sprich ihnen nur Stillschweigen, liebste Grace, dann können wir ambesten urtheilen."
„Nun gut, MileS, ich will Dir'S also versprechen," versetzt«meine Schwester endlich mit einer Feierlichkeit, die mich beinaheerschreckt hätte.
„Ich auch, MileS," setzte Lucy, aber so leise hinzu, daß ichmich Vorbeugen mußte, um ihre Worte zu erhaschen.
„Das nenne ich recht und ehrlich gehandelt" — ehrlich war'üzwar, aber sonst in hohem Grade unrecht — „ich schöpfe daraus
MileS Wallingford. 3