5
steht — eine Unterscheidung, welche gleich allen derartigen Klassi-fikationen unmittelbar nach dem Nevolntionskriege weit strengerals heut zu Tage beachtet wurde, wie sie denn auch jetzt nochweit mehr berücksichtigt wird, als der größere Theil unserer Lands-leute — die ächten Glückskinder oder die verdienten Häupter,wie sie eben das Glück zu Ehren bringt, allein ausgenommen —jemals zugestehen will.
Meines Vaters Bewerbung um die Hand meiner Mutter fielgerade in die Zeit, da er sich zu Hause von den Wunden heilenließ, die er in dem Kampfe zwischen dem Watt und Trumbull da-vongetragcn hatte. Nus diesem Grunde — so habe ich immervermuihet— mochte Wohl meine Mutter sich einbilden, daß meinemVater die grimmige Narbe auf seiner rechten Wange so ausneh-mend wohl anstehe. Jenes Seegefecht fiel in den Juni 1780 undnoch im Herbste desselben Jahrs vermählten sich meine Eltern;mein Vater kehrte erst nach meiner Geburt zu seinem Seedienstezurück und diese fiel gerade auf den Tag, da Cornwallis zu Uork-town die berüchtigte Kapitulation abschloß.
Das Zusammentreffen dieser Ereignisse setzte den jungen See-mann wieder in Bewegung, denn er fühlte, daß er für eine Familiezu sorgen hatte und wünschte zum Danke für das Schönheitspfläster-chen, das seiner Gattin so wohl gefiel, sich noch einmal tüchtig ge-gen den Feind hcrvorzuthun. Er verschaffte sich also eine Offizicr-stelle ans einem Kaperschiffe, machte zwei bis drei glückliche Beute-züge, so daß er sich beim Friedensschlüsse eine Pnssnbrigg kaufe»konnte, mit welcher er als Eigenthünier und Eommandant bis zumJahr 1790 seine Fahrten machte, wo er dann endlich durch denTod meines Großvaters unter das väterliche Dach zurückgcrufcnwurde. Als einziger Sohn erbte der Kapitän — wie mein Vaterdurchgängig genannt wurde — das Gut mit Viehsiand, Geräthschaf-ten, Vorräthen, den Ernten, kurz mit sämmtlichem Eigenthum, währenddie „angelegten" sechstausend Pfund baaren-GeldeS zwei Tanten zu-