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andern Gestalt ist die ziemlich gewisse Folge. In der Türkei wardicß lange und öffentlich der Fall, denn die Seidcnschnur lag ge-wöhnlich ans der Geldkiste, in unserm Lande ist dieses System abernoch in seiner Kindheit, geht seiner Reife aber mit Riesenschrittenentgegen. Noch zwanzig Jahre, wie die letzten zwanzig, wo derSamen mit vollen Händen ansgestreut wurde, und die herrlicheSaat wird reifen und das große Werk der Entsittlichung wird,wenn nicht alle Anzeichen trügen, vollbracht sein. Wir müssen sehrfürchten, der gepriesene Fortschritt, von welchem man so viel Re-dens macht, wird dem Gehaben jenes Mannes gleichen, wel-cher wähnte, er könne sein Pferd lehren, ohne Futter zu leben,und das gerade starb, als er glaubte, das arme Thier sei der Kostentwöhnt.
Roswcll las die Urkunde zweimal und reichte sie dann mit eineminnigen Blicke Mary Pratt dar. Auch das Mädchen überlas dasSchreiben und Thränen brachen aus ihren Augen, eine glühendeRöthe aber überstimmte ihr Antlitz, als sie das Testament ihremGeliebten zurückgab.
„Lest cs jetzt nicht, bitte, Noswell," sagte sie halbleisc, aberdie Stille und die Erwartung waren so groß, daß Alle in demZimmer ihre Worte hörten.
„Und warum sollte man es nicht lesen, Miß Mary?" rief dieWittwe Martin. „Ich glaube, dieser Augenblick ist ganz geeignet,es zu lesen. Wenn ich aus dem Testamente ausgeschlossen bin, mußich es wissen."
„Es ist in jeder Hinsicht das Beste, daß die ganze hier versam-melte Gesellschaft sofort Alles erfahre, was sie erfahren muß," be-merkte Herr Job Pratt. „Ehe man das Testament gelesen hat,wenn eS ja ein Testament ist, Kapitän Garnier —"
„Es ist das Testament des Decans Pratt, gehörig unterschrie-ben und besiegelt, und mit der Unterschrift der Zeugen versehen,wie ich glaube, Herr."