Druckschrift 
29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
Entstehung
Seite
531
Einzelbild herunterladen
 

531

lar aus seines Nachbars Tasche in seine eigene zn befördern, son-dern auch ihn sorgsam zu bewachen, wenn diese Beförderung statt-gefunden.

Man muß stets auf seiner Hut sein, wieJhr andcutct, Herr,"versetzte die Wittwe Martin,und darum wünschte ich zu wissen,ob ein Testament vorhanden ist oder nicht. Ich weiß, daß derDe-can etwas auf mich hielt, und glaube nicht, daß er in die andereWelt hinübergegaugen ist, ohne an seine Base Jenny und ihrenWittwenstand zu denken."

Ich fürchte, er dachte nicht daran, Mistreß Martin, ichfürchte cs wirklich. Ich weiß nichts von einem Testamente. DerDoktor sagt, er zweifle, ob der Dccan je so viel Muth gehabt habe,etwas auf seinen Tod Bezügliches zu schreiben, und er habe nievon einem Testamente gehört. Wie ich von Mary vernehme, hatauch sie keine Kenntniß von einem Testament, und ich wüßte nicht,wo man sonst noch Nachfragen sollte. Wenn ich nicht irre,glaubt der wohlehrwürdige Herr Whittle, es sei ein Testamentvorhanden."

Es muß ein Testament da sein," versetzte der Pastor, welchersich gleichfalls, und wie alle Uebrigenaus Gründen" zu guterZeit «ungesunden hatte,ich weiß dicß aus vielen Unterhaltungen,welche ich mit dem Verstorbenen hatte. Es sind noch nicht vierWochen, daß ich von verschiedenen Ausbesserungen mit ihm sprach,welche unsere sämmtlichen Pfarrei-Gebäude, besonders das Pfarr-haus, bedürften. Er stimmte jedem Worte bei, das ich sagtegestand zu, daß noch vor dem nächsten Winter ein Pferdeschuppengebaut und in diesem Sommer der östliche Giebel des Pfarrhausesmit Schindeln belegt werden müsse."

Dieß Alles kann sehr wahr sein, ohne daß der Decan einTestament gemacht hat," bemerkte Herr Job ruhig und, wir möch-ten fast sagen, geduldig.

Ich glaube dieß nicht," erwiederte der Geistliche mit einer

34 *