sie jetzt so rasch cntgegenstrebt. Man hielt damals den Schuld-ner noch nicht für des Gläubigers nächsten Erben, sowie dennmanche neue Ideen, welche mit dem schönen Namen der Philan-thropie bemäntelt werden, während sie ans Schmälerung des gesetz-lichen Besitzes hinauslaufen, in jener Zeit noch nicht gäng' und gäbewaren. Neu-Uork war damals eine gesunde, vernünftige Gemeinde,welche ihre Mißgriffe machte, wie dich von Menschen nicht anderszu erwarten ist, die Gewalt war aber noch nicht in die Hände po-litischer Quacksalber übergegangcn, die in ihrer Unwissenheit undUnverlässigkeit nur nach dem Beifall der großen Masse streben. Un-ter andcrm achtete man damals auch noch letzte Willensverfüguu-gen, aber nicht Einer von all denen, welche sich um das Haus desDecanS Pratt drängten, konnte mit Bestimmtheit sagen, daß derSterbende es je über sich habe gewinnen können, ein Testament zumachen. Er konnte frei verfügen, aber er wollte von dieser Frei-heit keinen Gebrauch machen. Hätte er noch einige Jahre gelebt,so würde er sich in dem Genüsse einer so gesteigerten Freiheit ge-sehen haben, daß er nicht im Stande gewesen wäre, ein Gut zuverpachten oder eine Schuld cinzufordern, ohne den Politikern indie Hände zu fallen und von ihnen zerschleißt zu werde».
Der April war herangekommen, gewöhnlich ein milder, freund-licher Monat an dcr Secküste, obgleich er beträchtlichen und raschenWechseln der Temperatur unterworfen ist. An dem Tage, zu wel-chem wir jetzt die Seene vorzurücken wünschen, waren die Fensterdes Schlafgemachs des Decans geöffnet und der sauste Südwindfächelte seine hohle, blasse Wange.
Der Tod war nahe, aber die Lebenskraft kämpfte mächtig mitdem Könige der Schatten. Jetzt zeigte, sich das Unzureichende jenerirreleitendcn, pharisäische» Lehre, welche ihren Bekenner so lange ineiner Knechtschaft hatte schmachten lassen, die drückender war, alsoffene, rücksichtslose Sündhaftigkeit, und welche in ihrem Geleitenichts von dem Tröste hatte, der die letzten Lcbensstunden erheitert.
Die Seewwe».