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29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
Entstehung
Seite
495
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herrscht haben dürste. Der Frost war in das Haus gedrungen undtheilte sich Allem, was da lag und stand, mit. Die Betten schütz-ten nicht mehr, und das geringste Bloßstellen der Schultern, Händeoder Ohren hatte heftige Schmerzen zur Folge. Die Mehrzahl derMannschaft klagte über Kopfweh und das Athmeu wurde schwierigund peinlich. Erstarrung faßte die Glieder, und dieß war das letzteunangenehme Gefühl, dessen Roswell sich erinnerte, als er wiederin einen kurzen, unruhigen Schlaf verfiel. Jeder fühlte sich jetztzum Schlafe geneigt, und Jeder suchte gegen diesen Drang anzu-kämpfen, da man wußte, daß er der gewöhnliche Vorläufer desTodes durch Erfrieren sei.

Unser Held wußte nicht, wie lange dieser letzte Schlaf ange-daucrt hatte. Als er erwachte, sah er, daß das Licht das Hausglänzend durchströmte, auch hörte er Jemanden umher gehen undsich an der Kambüse beschäftigen. Rasch kam er nun zur Besinnungund suchte sich aufzuraffen. Als er seine Füße bewegen wollte, fander sie so gefühllos, daß an ein Aussicht» nicht zu denken war. Inhohem Grade beunruhigt, begann er sofort, sie heftig zu reiben,bis er allgemach fühlte, daß das fast stockende Blut wieder in Be-wegung kam.

Noswcll's Unruhe war so groß gewesen, und er setzte seine Be-schäftigung so eifrig fort, daß er gar nicht bemerkte, wer sich andem Kochosen zu schaffen mache, bis dieser mit einem Zinntopfe inder Hand au seinem Lager erschien. Es war Stimson, hell wach,angekleidet, jedoch ohne seinen Fellüberwurs, und augenscheinlichgesund und wohlbehalten.

Hier ist heißer Kaffee, Kapitän Gar ner," sagte der vorsichtigeBootsteuercr,und daun geht hinaus. Der Wind hat sich, demEwigen sei Dank, gewendet, und es hat angefangcn zu regnen.Jetzt, glaube ich, wird der Sommer alles Ernstes kommen, wasmau auf den Nobben-Jnseln Sommer nennen kann."

Noswell trank ein wenig von dem siedend heißen Kaffee und