verkehrm. Einzelne Worte waren verstanden worden, obgleich manes unmöglich fand, ein eigentliches Gespräch zu unterhalten. Stim-men aber hatte man oft vernommen, und es kam jetzt Roswell vor,als hätte er bei Stimson's Hcrantrctcn etwas wie einen Ruf umBeistand gehört.
„Es ist so spät, Herr, daß ich kaum glauben kann, einer derVinevarder sei wach," bemerkte der Bootssteuerer, nachdem er eineZeitlaug gelauscht hatte, in der Erwartung, den erwähnten Rufwiederholt zu hören, „dann ist es auch so kalt, daß gewiß Jedersobald als möglich sein Lager aufsuchtc."
„Ich finde cs nicht so sehr kalt, Stephan. Habt Ihr zufällignach dem Thermometer gesehen?"
„Ich sah beim Hcrausgehen nach ihm, und eine schrecklicheGeschichte erzählt er diese Nacht, Herr. Das Quecksilber ist ganzin die Kugel herabgctrctcn, als wollte es mit der Sache gar nichtsmehr zu schaffen haben, Kapitän Gar'ncr."
„Seltsam! Mir scheint es gar nicht so kalt zu sein. Auch derWind will nach Nordostcn umsctzcn, gelingt ihm dieß, so werdenwir Thanwctter bekommen. Horch — cs hat wieder gerufen!"
Dieses Mal war kein Jrrthum möglich. Eine Stimme warinmitten der Stille dieser Polarnacht laut geworden, und cs wardie Stimme eines Hilferufeuden gewesen. Das einzige Wort, dasgehört oder verstanden worden, war „Hilfe!" — ein Laut, welcherziemlich geeignet war, den Ton weit und deutlich fortzupflanzen.Die Kraft des TodcskrampfeS war in diesem Ruse, die äußersteVerzweiflung schien ihn ausgcstoßen zu haben.
ES war, als strömte Noswcü's Blut zu seinem Herzen zurück,nie in seinem Leben batte er die Abhängigkeit des Menschen vonder göttlichen Vorsehung so tief gefühlt.
„Habt Ihr cs gehört, Stephan?" fragte er nach einem Augen-blicke aufmerksamen Schweigens, um sich zu überzeugen, ob derRuf nicht wiederholt würde.