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29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
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innig, Belehrung durch ihn zu erholten, der rauhe, ungebildeteBootstcucrer war aber in einer Schule gewesen, welche den trägstenVerstand weit über alle Schlußfolgerungen der Philosophie erhebt.Er hatte Glauben, ohne welchen kein Mensch wahrhaft weise undgelehrt ist, wenn es sich von den höchsten Interessen des Daseinshandelt. Von diesem Führer geleitet, ließ Stephan zuweilen einenGedanken laut werden, welcher durch seine Einfalt und Kraft denGeist Roswellls mächtig erregte und die Veränderung herbeiführenhalf, zu welcher Verhältnisse, Lectüre und Nachdenken seit vielenMonaten den Weg gebahnt hatten.

Den Tag vor diesem Spaziergang auf der Terrasse hatte Nos-well dem alten Bootstencrer bemerkt, er könne nur schwer an eineGöttlichkeit glauben, welche er nicht zu begreifen vermöge, wodurcher bloß sagen wollte, seine Vernunft müsse sich in eine Lehre, wiedie von der Menschwerdung, finden können.

Nun, Herr, dieß ist mein Gefühl nicht," versetzte Stephanernst.Eine Göttlichkeit, welche ich begreifen könnte, wäre fürmich kein Gott. Wo sich dieses Wissen findet, da findet sich auchzu viel Ueberschätzung, und für Gottcsverehrung und Andacht istda kein Raum."

Man lehrt uns aber, der Mensch sei nach dem EbenbildcGottes geschaffen."

Nach seinem Ebenbildc, Kapitän Gar'ner, mit einem Theiledes göttlichen Geistes, aber nicht mit dem ganzen. Dadurch unter-scheidet er sich von dem Thierc, und dadurch wird er unsterblich.Ich habe einen Geistlichen sagen hören, die Engel und Erzengelund andere himmlische Wesen stünden hoch im Himmel über denHeiligen, welche nur Menschen gewesen."

Der Gedanke, nichts von einer Göttlichkeit wissen zu wollen,die er nicht begreifen könne, war lange eine der Lieblings-Glaubens-Regeln Roswell Gardincr's gewesen. Er wollte diesen anmaßlichcnSatz nicht so gedeutet wissen, als stünde seine geistige Befähigung