Druckschrift 
29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
Entstehung
Seite
393
Einzelbild herunterladen
 

Tag. Er war jetzt weit genug von dem Cap, um windwärts zusteuern, und indem er dem Feinde näher trat, konnte er stets sei-nem südlichen Saum entlang lausen, jede Oeffnung benützen undin dem Grade, als er so vorrückte, windwärts von der Küstekommen.

Daggett hatte einen Vortheil. Wenn er gezwungen wurde,zurückzukehren, hatte er, indem er anhielt, Zeit gewonnen.

Nach zehn Minuten waren die beiden Schooner eine Meilevon einander. Wir wollen zuerst dem Roswell Gardiner's auf sei-nem Fluchtversuche folgen.

Dieß erste Schoß, welches mit einer seiner Ecken an das Capanstieß und sie in Stücke zermalmte und zerquetschte, zwang dasSchiff bald zu vieren. Indem Roswcll kurze Gänge machte, saher sich bald eine volle Meile windwärts von den Felsen und demneuen Eisschosse nahe genug, um dessen Gestalt, Abtrifft undganzes Gehaben in s Auge fassen zu können.

Sein östliches Ende hatte sich auf das Eisfeld gelagert, wel-ches zuerst niedcrkam und die Schwerkraft, mit welcher dieses un-geheure Schoß auf das Cap anprallte, bedeutend steigerte. Sogroß jener erste Besucher der Bai war, so war dieser doch von we-nigstens doppelter, wenn nicht dreifacher Ausdehnung. Was Ros-well am meisten besorgt machte, war die große Entfernung, inwelcher sich dieses Eisfeld nach Westen hinstreckte.

Er ging selbst in das Krähennest hinauf, und bei dem Scheinedes glanzrcichsten Mondes und einem ganz wolkenlosen Himmelkonnte er das Schimmern des Eises in jener Richtung, wie erglaubte, auf volle zwei Stunden hin sehen. Dieß war vielleichtin dieser frühen Jahreszeit ungewöhnlich, denn jene Eisfelder be-standen nicht aus einer Menge zahlloser kleiner Schollen, sonderndas ganze Feld war, so weit man sich dessen vergewissern konnte,eine feste Masse. Die Nächte waren jetzt schon so kalt, daß überall,wo sich Wasser fand, alsbald Eis entstand, und unser junger See-