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29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
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einem Theile der Welt wäre, wo er Gelegenheit fände, einen Briefanherzusendcn."

Nein, nein, Gar'ner wäre der Mann nicht, für den ich ihnhalte, wenn er irgend Jemand etwas von den Inseln wissen ließe,ehe er sich seines Auftrags dort erledigt hat. Nein, nein, Mary.Von jenem Theile der Welt kommt uns keine Nachricht von ihmzu. Vielleicht gräbt Gar'ner überall herum, und kann die rechteStelle nicht finden, denn Daggctt's Bericht hatte einige schwacheSeiten."

Mary antwortete nicht, obgleich sie es nicht für wahrscheinlichhielt, daß Noswcll Monate in Wcstindien ans diese Weise hinbrin-gen würde, ohne Mittel zu finden, sie zu benachrichtigen, wo er seiund was er mache.

Der Verkehr zwischen diesen jungen Leuten war stets ein wenigeigenthümlich gewesen. Mary war, indem sie der Bewerbung Ros-wcll's Gehör gab, ihrem Herzen gefolgt, indem sie zögerte, seineHand anzunehmcn, folgte sie ihren Grundsätzen. Gewöhnlich isteine Mutter nicht die geschäftige, kuppelnde, selbstsüchtige, son-dern die kluge, weiblich fühlende, edel denkende Mutter vonder größten Wichtigkeit für den Charakter und das Glück einesjunge» Mädchens. Zuweilen wird aber ein solches Wesen, welcheseiner solchen Bildnerin entbehrt und früh auf sich selbst angewiesenist, wenn sic Scelenkraft besitzt, ebenso sorgsam und klug auf sichund ihr Betragen achten, als wäre sie von der Umsicht und Zärt-lichkeit der besten Mutter umgeben.

Dieß war der Fall bei Mary Pratt. Ihrer vereinsamten Stel-lung völlig bewußt, von den besten Grundsätzen beseelt, und frühmit den Fehlern und Schwächen des Charakters ihres Oheims be-kannt, hatte sie sich strenge Regeln für ihr Thun und Lassen vorge-zeichnet, und von diesen Regeln wich sie nie ab. So kam es, daßsie Noswell gestattete, ihr zu schreiben, obgleich sie seine Briefenie beantwortete. Sie erlaubte ihm, zu schreiben, weil sie verspro-