hier sehr selten, aber das Wetter ist manche Jahre streng und win-terlich und die Winde blasen laut und lärmend.
An einem Orte wie Oyster-Pond suhlt man frische Kühltenfast eben so gewaltig, wie an Bord eines Schiffes zur See, undMary gewahrte den herben Unterschied zwischen den milden Som-merlüsten und den scharfen Herbstwinden.
Was den Decan betrifft, so griffen Besorgnis und Unruheseine Gesundheit allgemach an, und sein Zustand begann bedenklichzu werden. Die Beschwerden des Alters schienen ihn früh zuüberkommen, und seine Nichte hatte Dr. Sage heimlich zu Rathgezogen.
Es that dem vortrefflichen Mädchen weh, den Geist ihresOheims weltlicher und seine Gier nach Erwerb stachelnder werdenzu sehen, je mehr er seinen Halt am Leben verlor und die Stundenäher kam, wo die Zeit sich in der Ewigkeit verliert.
Mittlerweile war Decan Pratt jedoch „bei der Hand", wie ersich auszudrücken pflegte, und bemühte sich, nach seinen Ange-legenheiten anszuschanen, wie er cs sein Lcbenlang gethan hatte.Er sammelte seine Schulden ein, erklärte, wenn eS sein mußte,seine Pfänder für verfallen, brachte sein Holz und andere verkäuf-liche Gegenstände möglichst thcuer an den Mann und vernachlässigteüberhaupt nichts, das seinen Reichthnm vermehren konnte.
Stets aber war sein Herz bei seinem Schooner, denn er hattevon dieser Reise viel erwartet, und die Enttäuschung stand ganzim Verhältnisse zu seinen früheren Hoffnungen.
Eines Tages — cs war gegen das Ende des Novembers —waren der Oheim und seine Nichte allein in dem Wohnzimmer; er,in Folge seiner fortschreitenden Schwäche in einem bequemen Arm-stuhle von Polstern umgeben, und sie wie gewöhnlich mit ihrerNadel beschäftigt. Beider Stühle standen so, daß jedes die Bai,die nun ein winterliches Ansehen hatte und wo Noswell vor seinerAbreise Anker geworfen, überschauen konnte.