Druckschrift 
29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
Entstehung
Seite
332
Einzelbild herunterladen
 

Es nahm den ganzen Muth eines Seemanns in Anspruch, wenner fich bei der untergehenden Sonne in Gefahren, wie wir sie ebengeschildert haben, wagen wollte. Daggett that es jedoch, und Nos-well Gardiner folgte in der Entfernung einer Kabellänge derselbenBewegung.

Als die letzten Strahlen des Tages verglommen, hängte je-der Schooner, um eine Trennung zu verhüten, an dem unternRaaenarme eine Laterne aus. Bis jetzt war man jedoch noch auskeine Schwierigkeit gestoßen, denn die alpengleiche Kette war nochvolle zwei Stunden leewärts. Diese zwei Stunden mußten in derDunkelheit znrückgelegt werden, und Daggett nahm Segel ein, umdas Eis nicht zu erreichen, che der Mond anfging.

Erstatte das Tageslicht, so lange cs blieb, benützt, um eineStelle aufzusuchen, wo er cs wagen durste, in die Eisberge einzu-treten, allein ohne großen Erfolg. Er sah, daß die Oeffnung, welcheihn angezogen hatte, jetzt entweder in Folge der Abtrifft, oder dergeänderten Stellung der Schiffe geschlossen schien, und gab diesesVorhaben auf. Man mußte bis auf einen gewissen Grad dem Glückevertrauen, und so lief er weiter, während Roswcll ihm ganz nahefolgte.

Die ersten Stunden dieser begebnißreichen Nacht waren finster.Demungeachtct hielt Daggett auf die Eisberge an, ohne eine an-dere Vorsicht zu brauchen, als daß er Segel barg und einen schar-fen Ausguck hielt.

Alle fünf Minuten ward von der Schanze der beiden Schoo-ner der Ruf laut:Tüchtig ausgeguckt!" Daggct und Noswellhätten denn selbst auf dem Vorderkastell sein müssen, um persönlichauszuschauen. Niemand an Bord der beiden Schiffe dachte anSchlaf. Die Wacht war, wie es zur See gewöhnlich ist, aufge-rufen worden, und die eine Hälfte der Mannschaft konnteeinkeh-ren" und die Ruhe suchen. Was mehr war, diese kleinen, nur halbaufgetakelten Schiffe wurden von einer einzigen Wache ganz tüch-