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29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
Entstehung
Seite
325
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ziemlich glücklich in dem Hause ihres Oheims, wo sie seit ihrerKindheit säst ihre ganze Zeit hingebracht hatte. Die Freundinnenvon Seeleuten haben in dem Berufe selbst stets ergiebige Quellender Unbehaglichkeit, Mary hatte aber keinen andern Grund zueiner solchen Unruhe, als den, der von einer so langen Reise undder See, welcher Roswell zusteuerte, unzertrennlich war.

Sie wußte recht gut, daß die Zeit gekommen war, wo manseiner Rückkehr entgegensetzen durfte, und da die Hoffnung einaufregendes, trügerisches Gefühl ist, glaubte sie, er könne nunnicht mehr fern sein.

Ein Gespräch jedoch, welches an demselben Tage, ja, inderselben Stunde zwischen ihr und ihrem Oheim stattfand, wirdihre Ansichten und Hoffnungen am besten erläutern.

Es ist sehr auffallend, Mary," begann der Oheim,daßGar'ncr nicht schreibt. Wenn er nur ahnte, wie einem Mannezu Muthe ist, der seine Habe zehntausend Meilen fern weiß,würde er gewiß schreiben, und mich nicht in so trostloser Unge-wißheit lassen."

Durch wen soll er schreiben, Oheim?" fragte die bedacht-samere und umsichtigere Nichte.Es gibt keine Postämter inder Südsee, und der Reisenden, welche die Briefe mitbringenkonnten, möchte es nicht viele geben."

Er hat aber doch einmal geschrieben, und vortrefflicheNachrichten schickte er uns in jenem Briefe."

Er schrieb uns von Rio, denn er hatte dort die Gelegenheitdazu. Nach meiner Berechnung hat Roswell seinen Robbejagd-Bezirk vor drei oder vier Wochen verlassen, und muß nun eben soviel tausend Meilen auf seinem Rückwege hinter sich haben."

Glaubst du dieß, Mädchen? Glaubst du dieß wirklich?"rief derDecan, und seine Augen funkelten vor Freude.Das wäreeine gute Nachricht, und wenn er sich nicht lange unterwegs auf-hält, könnten wir ihn längstens in drei Monaten hier sehen."