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29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
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Daggett war kein Geizhals, wie Decan Pratt, denn er gabbei Gelegenheit mit vollen Händen und wußte wohl, wie noth-wendig cs sei, daß man freigebig spende, wenn man reichlich erntenwolle, aber er lebte kaum für etwas Anderes als für den Erwerb.Was aus einem solchen Manne unter günstigeren Umständen undbei besserer Erziehung geworden wäre, ist nicht leicht zu sagen, ge-wiß aber ist es, daß die Stahlklappe nicht rascher auf den Druckaufspringt, als er mit seiner ganzen Kraft aufschnelltc, sobald sicheine Aussicht auf Gewinn zeigte.

Da er sein ganzes Leben in einem Berufe hingebracht hatte,war cs natürlich, daß seine Gedanken sich am Leichtesten zu demGewinne hinneigten, welchen dieser Beruf so oft abgeworsen hatte.Er dachte nie an andere Erwcrbsartcn, wußte nichts von Bank-noten , hatte nichts mit Baumwollen - oder Tuchfabriken zu thun,und hatte überhaupt von Neichthnm keinen andern Begriff, alsdaß man damit ein schönes Gut auf Bineyard ankaufen, eine hüb-sche Summe für denHausbedarf" haben, sich bei Küstenschiffen,Wallfisch- und Robbenfängern betheiligen und sein Hauswesenhübsch einrichten könne, so daß man in bescheidener Weise mit sei-ner Familie ein behagliches Leben zu führen vermöge. Trotz dieserscheinbaren Mäßigung war Daggett ein habgieriger Mann, aberseine Wünsche waren durch seine Sitten und Gewohnheiten ziem-lich gemäßigt.

Während einer der Kapitäne sich in seinem Geiste die Schätzeausmalte, welche er von dieser Reise erwartete, gab der andere sichganz verschiedenen Gedanken hin. Roswell's Phantasie führte ihnweit über den blauen, funkelnden Ocean nach Norden nachOyster-Pond, in Decan Pratt's Wohnung und zu Mary.

Er sah sie in ihrer edeln Einfachheit, ihrer jungfräulichen Be-scheidenheit, ihrer jugendlichen Schönheit, ja selbst in ihrerunerschütterlichen Frömmigkeit, um derentwillen sie ihm so thcuerwar, obgleich er keinen Anspruch daraus machte, sich ihrem Glauben