Druckschrift 
29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
Entstehung
Seite
300
Einzelbild herunterladen
 

300

leicht und sind nicht reich genug, um uns an Landschastsscenen zuergötzen."

Mau diene Gott und ehre seinen heiligen Namen," sagteStimson ernst,und jeder Ort ist eine Wonne für das Auge. Ichdiu zu meiner Zeit auch aus Vineyard gewesen und habe in Bezugauf den Ort keinen Unterschied gesunden, sofern nur das Herz inder rechten Stimmung ist."

Arme Leute müssen arbeiten," crwiederte Daggett und wen-dete seine Blicke von der entfernten, glänzenden Scene der abtrei-bendcn Eisberge zu dem felsigen Gestade, welches noch Tausendevon Robben besuchten und wo man, selbst von dieser Höhe, einigeder größten herum humpeln sah,ja, arme Leute müssen arbeiten,Sonntag oder nicht Sonntag, und wer Heu einthun will muß denSonnenschein benutzen. Man mag zu passender Zeit in das Bet-haus gehen, wie man Robben schlägt, wann Robben da sind. Ichfürchte, dieß ist ein verlorner Tag, und wünsche nur, daß wirnicht Grund haben, diese Säumniß zu bereuen."

Stimson ließ nicht von dem ab, was er als seine Pflicht er-kannte, und antwortete auf diesen kalten, weltlichen Geist, so gutseine ungebildete Sprache cs ihm erlaubte. Aber seine Wortewaren bei Daggett vergeudet. Die Goldgier war bei ihm rege,und wo diese über das Herz Gewalt gewonnen hat, darf man nichthoffen, rein geistige Früchte reifen zu sehen.

Daggett war ein Mann, wie man, fürchten wir, deren Tausendein allen Theilen unseres Landes findet, von Charakter that-kräftig, durch Gewohnheit thätig und emsig, und in seinen An-sichten ruhig und gemäßigt, aber mit ganzer Seele erpicht aufErwerb und Anhäufung von Netchthum. Arm und in einem Ge-sellschaftszustande geboren, in welchem man keine andere Art derAuszeichnung anerkennt, als die des Gcldbcsitzes, darf man sichnicht wundern, wenn er von früher Jugend auf diesem einzigengroßen Ziele alle seine Kräfte widmete.