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29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
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Bursche, bei Eurer Arbeit den Trost, daß Euer Leben außer Ge-fahr ist. Mein Schooner liegt sechs Stunden von Euch, und ist sosicher geankert, als lag' er in einer Docke. Kommt, Daggett, laßtmich Eure Nothspieren und Planken sehen."

Es mußte gewiß für diese Seeleute, die so fern von der Hei-math und in einer so bedrohlichen Lage waren, eine große Ermu-thigung sein, zu hören, daß ein Landsmann und Freund ihnen sonahe war und Schutz und Unterkunft bieten konnte. Der amerika-nische Matrose ist kein hurrahendes Thier, wie sein englischer Vet-ter, er weiß aber eben so gut, was dankbar angenommen werdenmuß, wie die, welche gern mehr Lärm machen. Die Leute vonVincyard besonders waren von Natur ruhige, besonnene Leute, undes befand sich nur ein Seemann an Bord, welcher mit seinem Ver-dienst nicht haushälterisch umging und an den Bedarf des kommen-den Tages dachte. Dieß ist die Folge der Erziehung, denn gewöhn-lich wird der Mensch ruhiger, wenn sein Geist sich entwickelt, erfühlt dann, daß ihm die Sprache nur gegeben worden, um Andernseine Gedanken mitzutheilen. Dennoch war die Freude der Vineyar-der über diese unerwartete Hilfe groß, und beide Theile gingen mitEifer und Thatkraft an die Arbeit.

Roswell Gardiner hatte die Aufgabe, bordeinwärts thätig zusein, während Daggett und seine Leute auf dem Eise beschäftigtwaren. Die Letzteren begannen wieder, das Schoß zu durchhaucnund zu durchjagen und Schutzbretter oderSchilde" auszuschla-gen , um die Innenseite ihres Schiffes vor der Quetschung zu be-wahren.

Gardiner begab sich an die selbst gewählte Arbeit mit vielerUmsicht und Sachkenntniß. Seine Aufgabe war, das Schiff zukräftigen, indem er in seinem innern Raum Stützen anbrachte.Dieß konnte ohne Schwierigkeit abgethan werden, da der ganzeobere Theil des Raumes klar und daher überall zugänglich war.Spieren wurden in passender Länge zugeschnitten, Planken an dem