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29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
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Schauer, welcher die Brust selbst der sorglosesten Matrosen auBord durchdraug, gesellte sich die Ungewißheit, ob der Schoonereinen gewissen Punkt des Felsen, nämlich die westliche Spitze derInsel, umschiffen könne, nachdem er so weit in die Bnchtung cin-gelaufcn, daß das Vieren zweifelhaft, wenn nicht unmög-lich ward.

Jeder schaute nun ernst und besorgt drein. Wenn der Schoo-ncr an einem solchen Platze an den Strand lief, mußte eine Mi-nute hinreichcn, ihn zu zersplittern, und Niemand konnte hoffen, sichzu retten. Noswcll war äußerst besorgt, blieb aber ruhig.

Die Strömungen und Neeren um diese Felsen und ineiner so hohen Breite reißen ein Schiff wie einen Span fort,"sagte er zu seinem ersten Maat.Wir sind durch eine Neerhier herein gedrängt worden, und ein schrecklicher Platz ist es inder That."

Alles hängt davon ab," lautete die Antwort,daß unsereMasten und Taue halten und die Vorsehung uns ein wenig gün-stig ist. Behaltet nur die Landspitze nach vornen im Auge, Kapi-tän Gar'ner, obgleich wir noch nicht leewärts von ihr sind, so sehtJbr doch, mit welcher Abtrifft nur daraus angegriffen werden.Die Wuth, mit welcher diese Wellen sich aus Südwcst hereinwäl-zen, ist wahrhaft fürchterlich. Kein Schiff kann windwärts gegensie gehen."

Diese Bemerkung des Maats war sehr richtig. Die Wellen,welche auf das Cap heran kamen, glichen in ihrem Umrisse einerrollenden Prairie. Zuweilen dehnte eine einzige Welle sich eineViertelmcile von einem hohlen Raume znm andern in die Längeaus, und wenn sie unter dem Schooner wegging, und indem sieihn hoch in die Luft hob, schien es, als müsse das glänzende Ele-ment ihn durch seine Gewalt in die Tiefe schleudern. Die mensch-liche Kunst hatte aber Mittel gesunden, selbst diese gewaltige Kraftder Natur zu bändigen. Der kleine Schooner schwamm wie eine