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29 (1854) Die Seelöwen, oder die verlornen Robbenjäger : Roman
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ton, Rio de Janeiro." Er muß dort auf die Post gegeben wordensein."

Rio? Also wieder Bergelohn, Kind? Abermals muß mirBergclohn auf das Herz fallen!"

Ihr habt aber das vorige Mal keinen Bergelohn zu bezahlengehabt, und vielleicht ist auch jetzt kiüncr zu zahlen. Wäre dasnicht das beste, ich öffnete sofort den Brief, um zu sehen, was sichbegeben hat?"

Ja, öffne ihn, Kind," antwortete der Decan mit so schwa-cher Stimme, daß man sie kaum hörte.Oeffue ihn sogleich, undlaß mich mein Schicksal vernehmen. Diese Qual ist nicht zu er-tragen!"

Mary wartete nicht auf eine zweite Aufforderung, sondern er-brach sofort das Siegel. Mochte es nun eine Folge der Erziehungsein oder mischte sich etwas wie weiblicher Instinkt ein, gewiß istes, daß das Mädchen sich dem Fenster zuwendete und den Brief,welcher an sie überschrieben war, so geschickt in ihren Busen gleitenließ, daß selbst einem schärferen Auge, als dem des Obeims, diekleine List entgangen wäre.

Lies du Mary," sagte der Letztere in seinem kläglichen Tone,meine Augen sind so trüb, daß ich nicht im Stande wäre, zulesen."

Rio de Janeiro, Provinz von Brasilien, Süd-Amerika, den. November 1819," begann die Nichte.

Rio de Janeiro!" fiel der Oheim ein. Liegt dieß nicht jcu-seit des Kap Horn, Mary?"

Nein, Herr, Brasilien liegt östlich von den Andes und Riode Janeiro ist die Hauptstadt."

Ganz richtig, ich hatte es vergessen. Die brasilischen Sand-bänke, wohin unsre Wallfischsänger gehen, liegen in dem atlantischenMeere. Was hat Gar'ner aber in Rio cinzulauscn, wenn er esnicht gethan hat, um mehr Geld auszugeben?"

Die Seelkwen.

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